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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Sommer-Wetter zu Ostern – doch nun schlägt der April um

Der April zeigt sich launisch wie selten: Auf fast sommerliche Wärme nach Ostern folgen Frost, Regen und sogar Schnee. Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung.

Der Ostersonntag hat direkt ein Ausrufezeichen gesetzt: In Regensburg wurden rund 25 Grad gemessen – der erste echte Sommertag des Jahres. Nach dem kleinen Dämpfer am Ostermontag nimmt die milde Luft jetzt schon wieder Anlauf.

Im Südwesten Deutschlands ist es in dieser Woche deutlich wärmer als normal, im Nordosten ist es teilweise leicht unterkühlt.

Am Mittwoch (8. April) und auch am Donnerstag (9. April) wird es erneut ungewöhnlich warm für Anfang April. Vielerorts geht es wieder in Richtung 25 Grad. Man merkt: Der Frühling hat gerade richtig Lust, sich wie ein früher Sommer anzufühlen. Besonders im Westen und Südwesten wird es angenehm warm, während der Norden noch ein bisschen hinterherhinkt.

Der Ostersonntag (5. April) hat direkt ein Ausrufezeichen gesetzt: In Regensburg wurden rund 25 Grad gemessen – der erste echte Sommertag des Jahres. Nach dem kleinen Dämpfer am Ostermontag nimmt die milde Luft jetzt schon wieder Anlauf.

Wetter um Ostern bringt eine Achterbahnfahrt zwischen Sonne und kalten Nächten

Am Dienstag (7. April) zeigt sich der Osten und Nordosten zunächst noch etwas wolkiger, sonst scheint oft die Sonne. Die Unterschiede sind dabei ziemlich groß: Im Norden und Nordosten werden etwa 11 bis 15 Grad erreicht, im Rest des Landes 16 bis 21 Grad, am Oberrhein sogar bis zu 25 Grad. Nachts kühlt es dann ordentlich ab – am Rhein um die 6 Grad, im Osten bis -2 Grad, lokal mit Bodenfrost.

Der Mittwoch bringt im Nordwesten mehr Wolken, während es im Süden und Osten freundlich bleibt. Die Temperaturen steigen auf 14 bis 20 Grad, im Westen und Südwesten sind sogar 21 bis 25 Grad drin. Nur an der Ostsee bleibt es mit knapp über 11 Grad spürbar frischer.

Kaum jemand weiß es genau: Das steckt wirklich hinter den Oster-Symbolen wie Hase oder Ei

Easter symbol image, board with colorful Easter bunnies and the inscription Ostern schild
In vielen Sprachen der Welt heißt das OSterfest „Pascha“ – ein Begriff, der direkt auf das hebräische Pessach zurückgeht und die jüdischen Wurzeln des Festes sichtbar macht. Andere Sprachen gingen eigene Wege: Im Polnischen heißt Ostern „Wielkanoc“, was schlicht „Große Nacht“ bedeutet. Im Deutschen und Englischen wiederum könnte der Name auf eine germanische Frühlingsgöttin namens „Ostara“ zurückgehen, die der Kirchengelehrte Beda Venerabilis im 8. Jahrhundert erstmals erwähnte. © IMAGO/Michael Bihlmayer
Vatican Museums. The room of Mysteries. Fresco by Pintoricchio ( 1452 - 1513 ) Resurrection of Christ. Rome Italy Auferstehung
Die Auferstehung Jesu Christi gilt im Christentum als das zentrale Ereignis schlechthin. Aus diesem wichtigen christlichen Ereignis heraus entwickelte sich über die Jahrhunderte ein Fest: Frühe Christen feierten die Auferstehung im Rahmen des jüdischen Pessach, bevor sich Ostern als eigenständiges Fest mit eigenen Ritualen, Symbolen und Bräuchen etablierte. Was heute bunte Eier, Schokohasen und freie Tage umfasst, hat seinen Ursprung also in einem einzigen theologischen Kern, der Rest sind 2.000 Jahre Geschichte. © IMAGO/Pascal Deloche/Godong
Passover matzah with blossoming flowers and wine Pessach
Ohne Pessach kein Ostern: Das letzte Abendmahl, das Jesus mit seinen Jüngern feierte, war ein Pessach-Seder. Das jüdische Fest erinnert an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten und wird bis heute mit einem rituellen Mahl begangen. Dass das Osterdatum jedes Jahr wechselt, liegt übrigens genau daran: Es orientiert sich am jüdischen Mondkalender, ein Zeichen der tiefen Verwurzelung beider Feste ineinander. © IMAGO/Marina Mos
Dekorative Ostereier
Schon lange bevor Schokoladeneier in Supermarktregale wanderten, galt das Ei als kraftvolles Symbol: Aus einer stillen Schale bricht neues Leben hervor. In der frühen Christenheit wurde das direkt auf die Auferstehung Jesu übertragen. Das Grab als Schale, der auferstandene Christus als das neue Leben. Dass Eier zu Ostern gefärbt werden, geht auf eine schlichte mittelalterliche Praxis zurück: Während der Fastenzeit durfte man keine Eier essen, also kochte man sie haltbar und markierte sie mit Farbe. © IMAGO
Glückwunsch Ostern Osterhase Weidenkätzchen Schubkarren
Wer den Osterhasen erfunden hat, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen – seine erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem 17. Jahrhundert. Wahrscheinlich hat er sich durchgesetzt, weil Hasen zu den ersten Tieren gehören, die im Frühling Nachwuchs bekommen, und damit als Symbol der Fruchtbarkeit und des neuen Lebens galten. In der byzantinischen Tiersymbolik kam noch eine weitere Deutung hinzu: Man glaubte, Hasen würden mit offenen Augen schlafen, also niemals wirklich in totale Bewusstlosigkeit verfallen. Dieses Bild übertrug man auf Christus, der im Tod nicht „entschlafen“, sondern auferstanden sei. So wurde aus einem Frühjahrsboten ein religiöses Symbol. © IMAGO
Es ist ein Osterlamm aus Teig zu sehen.
Kaum ein Symbol ist so alt und so vielschichtig wie das Osterlamm. Im jüdischen Pessach-Fest wurde als Erinnerung an die Befreiung aus Ägypten ein Lamm geopfert. Das Christentum griff dieses Bild auf: Jesus wird im Neuen Testament als „Lamm Gottes“ bezeichnet, unschuldig, geopfert, erlösend. Deshalb gehört das Osterlamm, ob als Backwerk oder als liturgisches Symbol, bis heute zu den ältesten und bedeutendsten Zeichen des Festes. © Depositphotos/Imago
Die Karfreitagsprozession in Sizilien.
Ostern beginnt nicht am Sonntagmorgen mit der Eiersuche. Die gesamte Karwoche ist liturgisch durchtaktet: Palmsonntag erinnert an den Einzug Jesu in Jerusalem, Gründonnerstag an das letzte Abendmahl, Karfreitag an die Kreuzigung. Prozessionen machen diese Ereignisse sichtbar und erlebbar. Sie verwandeln Glaubensinhalte in kollektive Erinnerung, die durch die Straßen zieht statt nur in Büchern zu verbleiben. © IMAGO/Victoria Herranz
Catholic priests on Palm Sunday, Chartres, Eure et Loir, France, Palmzweig Palmsonntag
Mit dem Palmsonntag beginnt die Karwoche, und damit auch die intensivste Phase des christlichen Kirchenjahres. Der Palmzweig erinnert an den Einzug Jesu in Jerusalem, bei dem die Menschen Zweige schwangen und ihn als König begrüßten. Seit der Antike gilt die Palme als Zeichen des Triumphes und des Sieges, ein Symbol, das hier eine besondere Wendung bekommt: Der gefeierte König wird wenige Tage später sterben. © IMAGO
Verkauf von Osterkerzen, ehemalige Klosterkirche Mater Salvatoris, Börwang, Allgäu, Schwaben, Bayern, Deutschland
In der Osternacht wird sie als erstes entzündet – und ihr Licht wandert dann von Mensch zu Mensch durch die dunkle Kirche. Die Osterkerze, auch Paschalkerze genannt, steht für Christus als Licht der Welt, das die Dunkelheit des Todes überwindet. Sie brennt während der gesamten Osterzeit bis Pfingsten und ist damit eines der wenigen Symbole, das nicht nur einen Moment markiert, sondern eine ganze Saison begleitet. © IMAGO/imageBROKER/Manfred Bail
Osterfeuer in Niedersachsen.
Feuer zu Ostern zu entzünden ist ein Brauch, der tief in der christlichen Liturgie verwurzelt ist. In der Osternacht wird das neue Feuer gesegnet, an ihm die Osterkerze entzündet und ihr Licht wandert von Hand zu Hand durch die Kirche. Das Feuer steht dabei für das Licht Christi, das die Dunkelheit überwindet. Vorchristliche Frühlingsbräuche, bei denen Feuer den Winter vertrieben, haben dieses Symbol über Jahrhunderte zusätzlich aufgeladen. © Imago
Ein Priester in grünem Gewand segnet während einer Taufzeremonie das Wasser eines marmornen Taufbeckens mit seiner Hand
Die Osternacht gilt seit den frühesten Jahrhunderten des Christentums als die wichtigste Taufnacht des Jahres. Wasser steht dabei für Reinigung und Neuanfang, ein Bild, das weit über das Christentum hinausgeht und in fast allen Kulturen der Welt tief verankert ist. Kein Zufall also, dass ausgerechnet Ostern und Taufe seit zwei Jahrtausenden untrennbar miteinander verbunden sind. © IMAGO/Antonio Gravante
Easter Lily Closeup of Easter Lily with reflective sunlight Osterlilie Nahaufnahme
Die weiße Lilie gehört seit Jahrhunderten zu den klassischen Blumen der Osterzeit und das hat einen einfachen Grund: Keine andere Pflanze verbindet Reinheit, Neuanfang und Schönheit so selbstverständlich in sich. In der christlichen Kunst taucht sie häufig in Darstellungen der Auferstehung auf. Dass sie ausgerechnet im Frühling blüht, machte sie zur natürlichen Begleiterin eines Festes, das den Sieg des Lebens über den Tod feiert. © IMAGO
Goldhasen im Supermarkt.
Rund 200 Millionen Schoko-Osterhasen werden in Deutschland jedes Jahr produziert. Was als Auferstehungsfest begann, ist für viele Menschen heute vor allem eines: freie Tage, Familie und Süßigkeiten. Das ist kein Verfall, sondern Wandel: Die Symbole sind geblieben, ihre Bedeutung hat sich verschoben. Ob man das bedauert oder einfach akzeptiert, hängt wohl davon ab, was man persönlich in dem Fest sucht. © Wolfgang Maria Weber/Imago

Ostern bringt fast sommerliche Temperaturen – dann schlägt der April zurück

Am Donnerstag hält sich im Osten noch oft die Sonne, während im Westen die Wolken dichter werden und am Nachmittag erste Schauer durchziehen. Die Temperaturen reichen von etwa 11 Grad an den Küsten bis zu 24 Grad im Breisgau. In der Nacht zum Freitag kippt die Lage dann: Von Nordwesten zieht Regen auf, in höheren Lagen fällt sogar Schnee, vereinzelt sind Gewitter dabei.

Am Freitag (10. April) wird es insgesamt deutlich kühler mit nur noch 12 bis 17 Grad. Am Wochenende zeigt sich zwar wieder häufiger die Sonne, aber die Luft bleibt frischer. Nachts ist weiterhin Vorsicht angesagt – vielerorts kann es nochmal frostig werden.

Rubriklistenbild: © METEORED/www.daswetter.com

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