Zwei junge Samerbergerinnen starben auf Miesbacher Straße in Rosenheim

Über zwei Jahre nach dem Unfall: "Nichts ist mehr, wie es war..."

+
  • schließen
  • Markus Zwigl
    Markus Zwigl
    schließen

Samerberg/Rosenheim - Es war der 20. November 2016, der das Leben der Familien D. und R. für immer veränderte. Bei einem fürchterlichen Unfall auf der Miesbacher Straße in Rosenheim wurden Ramona D. (†15) und Melanie R. (†21) tot gerast. Ramonas Schwester Lena D. (21) überlebte schwerst verletzt.

Auch über zwei Jahre nach dem Unfall ist es für die Angehörigen schwierig, in den Alltag zurückzufinden - vor allem zu besonderen Anlässen. Am vergangenen Donnerstag beispielsweise gab es bei Familie R. einen Geburtstag zu "feiern". Aber auch nach über zwei Jahren nach dem tragischen Ereignis ist es fast unmöglich an solchen Tagen fröhlich zu sein.

Melanies Halbschwester Chiara R. (20) hat dazu einen bewegenden Beitrag auf Facebook gepostet. Vor allem ihre Mutter vergießt offenbar immer noch sehr viele Tränen.

Darin heißt es unter anderem: "Wenn jemand bei uns Geburtstag hat, dann wird ein Kuchen gebacken. Das Geburtstagskind wird geehrt.(...) Heute (Anm. der Red.: am Donnerstag, 7. Februar) ...ich wecke meine Mama und Mama weint...wie war es früher, sie hat gelacht...heute ist alles anders. Nichts ist mehr, wie es war. Und unsere Mama hört das Lied - und sie ist ist dankbar um jeden Moment mit Melanie, mit uns, mit Ramona. Ich liebe dich, Mama, ganz sehr. Wir schaffen das mit Melanie im Herzen heil zu werden."

Aber auch sonst ist es für Chiara alles andere als einfach, mit der Trauer und dem Leid umzugehen. Sie war deswegen zuletzt sogar fünf Monate in Spanien auf einem Pferdehof, um Abstand zu gewinnen:"Ich konnte die Trauer meiner Eltern nicht mehr ertragen. Ich habe versucht, einfach mal alles hinter mir zu lassen, auch um die Gedanken zu sortieren und meiner Schwester wieder näher sein zu können", sagte Chiara dem Oberbayerischen Volksblatt

Lena D. (21), die mit im Wagen saß und schwerst verletzt wurde, leidet indes noch heute unter den Folgen des schrecklichen Unfalls. Sie kann laut OVB auch heute nur stundenweise arbeiten, weil sie schnell Kopfschmerzen bekommt. An ihre neuen Gesichtszüge hat sich unterdessen scheinbar gewöhnt. "Es gibt ein 'Ich' von mir vor dem Unfall. Und es gibt ein 'Ich' von mir nach dem Unfall", sagte sie der Zeitung.

Archivfotos: Der Unfall am 20. November 2016

Schwerer Unfall in der Miesbacher Straße

Bei dem Unfall am 20. November 2016 waren auf der Miesbacher Straße ein VW Golf und ein Nissan Micra frontal zusammengestoßen. Die beiden jungen Frauen vom Samerberg starben, drei weitere Menschen wurden zum Teil schwerst verletzt. Zum Unfallzeitpunkt waren dort auch noch zwei BMW unterwegs. Schnell kam danach Spekulationen um ein illegales Autorennen auf. Einer der beiden BMW-Fahrer, ein Mann aus Riedering, muss sich nun ab 12. Februar vor dem Amtsgericht Rosenheim verantworten. Ihm wird fahrlässige Tötung vorgeworfen. Mit beteiligt am Unfall war auch ein damals 25-jähriger Kolbermoorer BMW-Fahrer, der zu einer Haftstrafe von zwei Jahren verurteilt wurde. Der wartet derzeit auf seinen Berufungsprozess in Traunstein. Der VW-Golf-Fahrer war bereits im Mai 2018 zu einer Geld- und zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. 

mw/mz

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT