"Keine erhöhte Gefährdung von Leib und Leben der Verkehrsteilnehmer"

Video von Warnstreiks in Freilassing: sechs Prozent bzw. 200 Euro mehr Lohn

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Am Dienstag wird unter anderem die Straßenmeisterei in Freilassing bestreikt. Im Bild: Streikende aus Freilassing, Bischofswiesen und Traunstein. Organisiert wurde dieser Streik in Freilassing vom Verband deutscher Straßenwärter.
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Landkreis - Nachdem es in der zweiten Verhandlungsrunde kein Angebot für einen neuen Tarifabschluss gegeben hat, organisierte der Verband Deutscher Straßenwärter seine Mitglieder zum Streiken, um auf ihre Forderungen aufmerksam zu machen. Schwerpunkte waren der Großraum Rosenheim und in Freilassing:

UPDATE, 15.52 Uhr - Video von Warnstreiks

Straßenwärter der Autobahnmeisterei Siegsdorf und der Straßenmeistereien Traunstein, Freilassing und Bischofswiesen streikten gemeinsam in Freilassing.

Verdi fordert für die Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder sechs Prozent mehr Lohn, mindestens aber 200 Euro mehr.

UPDATE, 12.10 Uhr - Zahlreiche Teilnehmer in Freilassing

So gab es am Dienstag in vielen Städten in Deutschland Streiks bei den Straßenmeistern. Nur ein Notdienst kümmerte sich um den Winterdienst. Denn eine Gefährdung der Bürger ist nicht beabsichtigt. Die Teilnehmer wollten vorerst nur ein Zeichen setzen. Aber auch klar machen, dass man gegebenenfalls für weitere Schritte bereit ist. 

Der Bundesvorsitzende vom Verband Deutscher Straßenwärter, Hermann-Josef Siebigteroth, ist eigens aus Köln nach Freilassing angereist, um vor den Mitgliedern zu sprechen. Gemeinsam fordern sie sechs Prozent mehr Lohn bzw. mindestens 200 Euro mehr für den unteren Lohnbereich. Zusätzlich sollen sich die Löhne der Beschäftigten der Länder an die Löhne der Beschäftigten im kommunalen Bereich annähern. 

Warnstreik in Freilassing

Denn es kann nicht sein, dass selbst in Bayern die Form von Mischmeistereien besteht, in denen zwei Menschen die gleiche Arbeit am selben Dienstort verrichten und dafür unterschiedlich bezahlt werden. Derzeit gäbe es noch einen Lohnunterschied von 14 Prozent für die gleiche Arbeit. So der Bundesvorsitzende. Sollte man bei den Tarifverhandlungen sich nicht annähern, werde man sich zu weiteren Streiks versammeln. In Freilassing waren Teilnehmer von der Autobahnmeisterei Siegsdorf und der Straßenmeistereien Traunstein, Freilassing und Bischofswiesen vor Ort.

Die Erstmeldung:

Die Gewerkschaft Verdi hat Beschäftigte des Freistaats ab Dienstag zu ganztägigen Warnstreiks aufgerufen. Den Anfang sollen die Autobahn- und Straßenmeistereien in Rosenheim, Ampfing, Hausham, Siegsdorf, Holzkirchen und Freilassing machen. Außerdem würden die Staatlichen Bauämter in Traunstein und Rosenheim bestreikt.

Folgende Einrichtungen werden am Dienstag bestreikt: 

  • Autobahnmeisterei Rosenheim 
  • Straßenmeisterei Ampfing 
  • Straßenmeisterei Hausham 
  • Staatl. Bauamt Rosenheim 
  • Flussmeisterstelle Wasserburg a.Inn 
  • Straßenmeisterei Bischofswiesen 
  • Autobahnmeisterei Siegsdorf 
  • Straßenmeisterei Rosenheim 
  • Wasserwirtschaftsamt Rosenheim 
  • Staatl. Bauamt Traunstein 
  • Autobahnmeisterei Holzkirchen 
  • Straßenmeisterei Traunstein 
  • Straßenmeisterei Freilassing

Das Wetter trotzdem im Blick

"Für die Bürger wird das keine großen Auswirkungen haben", sagte Verdi-Tarifexperte Peter Hoffmann am Montag der dpa. Gegenüber dem BR wurde Hoffmann noch konkreter: "Selbstverständlich ist auch bei Arbeitsniederlegungen im Bereich der Autobahn- und Straßenmeistereien sichergestellt, dass es durch diese zu keiner erhöhten Gefährdung von Leib und Leben der Verkehrsteilnehmer kommt." Demnach werden die Mitarbeiter dafür sorgen, dass Baustellen abgesichert sind und die Fahbahnen von Eis und Schnee befreit werden.

Weitere Aktionen folgen:

Am Mittwoch sollen ganztägige Ausstände in Würzburg und in der Oberpfalz folgen. In Würzburg sei auch die Uniklinik betroffen, und es sei eine Demonstration mit anschließender Kundgebung geplant, teilte Verdi mit. Am Donnerstag sei München dran.

Verdi fordert für die Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder sechs Prozent mehr Lohn, mindestens aber 200 Euro mehr. Pflegebeschäftigte sollen zusätzlich 300 Euro mehr erhalten.

In Bayern betrifft der Tarifvertrag rund 100.000 Beschäftigte. Die dritte Verhandlungsrunde für alle Länder außer Hessen beginnt am 28. Februar in Potsdam. Die Länder haben die Forderungen von Verdi als überzogen zurückgewiesen. Ein Angebot haben sie noch nicht vorgelegt. Der Beamtenbund fordert, das Tarifergebnis auf die Beamten zu übertragen.

mh mit Material der dpa

Quelle: rosenheim24.de

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