Prozess um tödlichen Unfall auf der Miesbacher Straße in Rosenheim

Staatsanwaltschaft legt Berufung gegen das Urteil ein

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V.l.n.r: die beiden Angeklagten, Rechtsanwalt Stephan Rochlitz, Rechtsanwalt Harald Baron von Koskull
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Rosenheim - Vergangene Woche fiel das Urteil im Prozess um den tödlichen Unfall auf der Miesbacher Straße. Die Staatsanwaltschaft hat nun Berufung dagegen eingelegt.

Das Rosenheimer Schöffengericht verurteilte im Prozess um den tödlichen Unfall auf der Miesbacher Straße in Rosenheim, bei dem zwei Junge Frauen ihr Leben verloren, den 25-jährigen Golf-Fahrer aus Ulm zu einem Jahr und acht Monaten Freiheitsstrafe zur Bewährung. Der 24-jährige Fahrer des BMW aus Kolbermoor wurde zu zwei Jahren Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt.

Staatsanwaltschaft legt Berufung ein

Gegen dieses Urteil geht die Staatsanwaltschaft Traunstein, Zweigstelle Rosenheim nun in Berufung, wie die OVB Heimatzeitungen auf facebook berichten. Der Prozess wird somit am Traunsteiner Landgericht neu aufgerollt.

Staatsanwalt Jan Salomon forderte in seinem Plädoyer für beide Angeklagte eine Freiheitsstrafe von drei Jahren wegen fahrlässiger Tötung.

Die Staatsanwaltschaft überlegte bereits, in Berufung zu gehen. "Die Wiederaufnahme der Ermittlungen gegen den zweiten BMW-Fahrer werden gerade geprüft", sagte Oberstaatsanwalt Jürgen Branz dem Oberbayerischen Volksblatt.

Anwalt kündigte bereits an Rechtsmittel einzulegen

Der Anwalt des BMW-Fahrers Daniel R. hat ebenfalls Rechtsmittel gegen das Urteil angekündigt. "Das versteht sich nach diesem Urteil von selbst", sagte Verteidiger Harald Baron von Koskull dem OVB. Von Koskull sieht auf dem Weg zur Urteilsfindung fehlerhafte Denkansätze seitens des Richters und der beiden Schöffen. Es könne einfach nicht sein, dass, wenn Zeugen als Lügner entlarvt würden, letztlich eine Entscheidung auf Grundlage von Weinkrämpfen getroffen werde, hieß es.

Hintergrund

Das sagten Angehörige und Angeklagter nach dem Urteil

Bei dem schweren Unfall in der Miesbacher Straße im November 2016 starben zwei junge Frauen im Alter von 21 und 15 Jahren. Sie waren frontal mit dem Golf eines 25-Jährigen aus Ulm zusammengestoßen, als der einen BMW überholen wollte. Die Lücke zwischen BMW und dem BMW davor sei zu klein gewesen. "Ich wollte nur noch bremsen und versuchen auszuweichen, aber es ist mir nicht gelungen", so der Golffahrer vor Gericht.

Quelle: rosenheim24.de

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