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Politiker fordern Wahlfreiheit beim Bezahlen

Oktoberfest-Revolution: Erstes Zelt schafft das Bargeld komplett ab

Tausende Gerichte tragen die Bedienungen täglich von der Küche zu den Gästen - eine Herausforderung für‘s ganze Küchen-Team.
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Tausende Gerichte tragen die Bedienungen täglich von der Küche zu den Gästen - eine Herausforderung für's ganze Küchen-Team.

Die Digitalisierung macht auch vor dem Münchner Oktoberfest nicht halt. Mit der „Münchner Stubn“ wagt erstmals ein Festzelt den kompletten Verzicht auf Bargeld.

München – Die Wirte Kathrin Wickenhäuser-Egger und Alexander Egger setzen damit neue Maßstäbe auf dem größten Volksfest der Welt – und stoßen damit auf überraschend wenig Widerstand.

Oktoberfest: Bargeldzahlungen werden weniger

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, wurde diese Entscheidung aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre getroffen. „Wir haben registriert, dass nur noch marginal mit Bargeld bezahlt wird“, erklärt Wirtin Wickenhäuser-Egger. Besonders internationale Gäste aus Asien und den USA, aber auch einheimische Besucher bevorzugen zunehmend digitale Zahlungsmethoden - sei es mit Karte, Smartphone oder Smartwatch.

Die bargeldlose Zukunft bringt zahlreiche praktische Vorteile mit sich. Laut dem Merkur entfallen für die Betreiber nicht nur die Notwendigkeit eines Tresors und das Vorhalten von Wechselgeld, sondern auch das Risiko von Falschgeld wird eliminiert. Die Abrechnung gestaltet sich effizienter, und externe Dienstleister für den Bargeldtransport werden überflüssig.

Sorge um Trinkgeld für Oktoberfest-Bedienungen

Eine häufige Sorge von Gästen betrifft das Trinkgeld für die Bedienungen. Doch auch hier gibt es eine pragmatische Lösung: Trinkgeld kann sowohl per Karte als auch weiterhin in bar gegeben werden. Die Bedienungen sind mit mobilen Kartenlesegeräten ausgestattet und bereits seit 2021 mit der Technologie vertraut.

Die „Münchner Stubn“ geht damit deutlich weiter als andere Festzelte. Während beispielsweise das Armbrustschützenzelt erst beginnt, sein Personal mit Kartenlesegeräten auszustatten, haben die Eggers in ihrem Wirtshaus am Hauptbahnhof bereits seit Pfingsten erfolgreich auf bargeldlose Zahlung umgestellt. Der Trend ist dabei unverkennbar: Mittlerweile akzeptieren mehr als 160 Betriebe auf dem Oktoberfest Kartenzahlung.

Gegenwind im Stadtrat nach Oktoberfest-Neuerung

Doch nicht alle sind von der bargeldlosen Innovation begeistert. Wie t-online berichtet, fordert die Fraktion ÖDP/München-Liste im Münchner Stadtrat klare Regeln für die Bargeldakzeptanz. In einem aktuellen Antrag verlangen sie, dass Verkäufer auf dem Oktoberfest verpflichtet werden sollen, Bargeld zu akzeptieren.

Die Kritiker sehen vor allem soziale Aspekte: Menschen ohne Konto, Kinder und Jugendliche mit Taschengeld oder Gäste, die aus persönlichen oder datenschutzrechtlichen Gründen bar bezahlen möchten, könnten faktisch ausgeschlossen werden. „Bargeld steht für Freiheit, Selbstbestimmung und Teilhabe“, argumentiert die Fraktion. Es funktioniere unabhängig von technischer Infrastruktur und ermögliche auch bei Stromausfällen oder fehlender Netzabdeckung zuverlässige Zahlungen.

Bedenken wegen möglicher technischer Probleme wischt die Wirtin beiseite: „Man würde ja auch nicht weiter auf ein Schnurtelefon setzen oder nur noch Briefe schreiben, für den unwahrscheinlichen Fall, dass die Technik mal versagt.“ Eine klare Kommunikation durch Aushänge, Hinweise in der Speisekarte und das Personal sorgt zudem dafür, dass Gäste nicht überrascht werden. Wickenhäuser-Egger blickt optimistisch in die Zukunft: „Eines Tages werden unsere Kinder lachen, wenn wir ihnen erzählen, dass wir die Mass mit Scheinen bezahlt haben.(fgr)

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