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Opfer war im Homosexuellen-Milieu unterwegs

DNA sei Dank: Münchner Polizei schnappt Badewannen-Mörder nach über 44 Jahren

Badewannen Mord München aufgeklärt
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Josef Brunner (kleines Bild) wurde im Januar 1979 tot in seiner Wohnung in München gefunden.

München/London – Der Fall sorgte Anfang 1979 in München und weit darüber hinaus für Schlagzeilen: Mitten im Stadtteil Obergiesing wurde der damals 69 Jahre alte Rentner Josef Brunner leblos in seiner Wohnung aufgefunden – er lag tot in der Badewanne.

Über 44 Jahre später konnte der Mordfall nun aufgeklärt werden. Wie das Polizeipräsidium München am Montag (30. Oktober) bei einer Pressekonferenz bekannt gab, haben Ermittler des Kommissariats 11 den „Coldcase“ jetzt durch einen DNA-Treffer lösen können. Dieser führte die erfahrenen Polizisten auf die Spur eines heute 70-jährigen Engländers. Der Mann wurde im März 2023 in Großbritannien festgenommen und wenig später nach München ausgeliefert. Er sitzt seither in Untersuchungshaft. Nach Abschluss der Ermittlungen gab die Polizei den Fall nun der Öffentlichkeit preis.

Laut einem Bericht der Bild-Zeitung zufolge hat die zuständige Staatsanwaltschaft München I inzwischen bereits Anklage wegen Mordes gegen den 70-Jährigen erhoben. Doch was war damals überhaupt passiert? Vermutet wird, dass Brunner, der sich damals oft junge Männer aus dem Homosexuellen-Milieu am Hauptbahnhof/Stachus in seine Wohnung in der Werinherstraße eingeladen hatte, auch den heute 70-Jährigen mutmaßlichen Täter auf diese Weise kennenlernte.

Brunner wurde am 2. Januar 1979 in seiner Wohnung aufgefunden – ihm wurde der Schädel eingeschlagen und er lag nur mit Unterwäsche bekleidet in der Badewanne. Die Obduktion ergab, dass er in der Nacht zwischen 30. und 31. Dezember 1978 ermordet worden sein musste. Seine Wohnung war außerdem durchwühlt und regelrecht verwüstet worden. Gestohlen wurde nach Polizeiangaben Bargeld in Höhe von 1400 D-Mark und ein wertvoller Ring, weswegen die Polizei damals zunächst eher in Richtung Raubmord ermittelte. Fingerabdrücke wurden gesichert, einen konkreten Tatverdächtigen gab es damals jedoch zunächst nicht.

Kommt es überhaupt zu einem Mord-Prozess?

Im Jahr 2008 kam der Mord dann im Zuge einer sog. „Altfall-Bearbeitung“ erneut auf die Schreibtische der Mordkommission. „Hier wurde nun im Bezug auf die Fingerspuren eine erneute Auslandsrecherche über das Bayerische Landeskriminalamt angestoßen. Bei diesem Abgleich kam es schließlich zu einem Treffer in Bezug auf einen nun 70-jährigen Engländer, der in Großbritannien seinen Wohnsitz hatte“, hieß es hierzu in einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums München.

Spannend dürfte nun allerdings werden, ob es überhaupt zu einem Prozess kommt: Denn eine Anklage muss immer vom zuständigen Gericht zugelassen werden. Sollte das Landgericht jedoch kein Mordmerkmal sehen, wird das Ganze wohl flach fallen. Denn ein mögliches Totschlag-Delikt wäre inzwischen bereits verjährt. Erstaunlich ist auch, dass der jetzt entscheidende DNA-Treffer erst vor kurzem festgestellt wurde. Denn die DNA hätte eigentlich schon länger bekannt sein müssen. Der Mordverdächtige saß nämlich laut Bild in Großbritannien bereits wegen Raubes im Knast.

mw

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