Bürgermeister kennt aktuellen Stand
Agri-PV in Aiglsham? „Nur, wenn Pittenhart direkt profitiert“
Ein Landwirt aus Aiglsam plant auf seinem Grundstück nördlich der Ortschaft eine Agri-PV-Anlage zu errichten - mithilfe von „Feldwerke Solar GmbH“. Das stößt allerdings nicht überall in Pittenhart auf Begeisterung:
Pittenhart - Für die Realisierung des Projekts hat die Münchner Firma ein ganzheitliches Energiekonzept entwickelt, das Land- und Energiewirtschaft vereint.
Der Fokus der Anlage in der Gemeinde Pittenhart liegt auf einem 2P-Tracker und einer Leistung von sechs Megawatt. Es handelt sich dabei laut „Feldwerke Solar GmbH“ um eine der „praktikabelsten Lösungen für Ackerflächen“ sowie die „attraktivste Variante für den Betreiber in puncto Voll-Laststunden“.
Summa summarum: eine maximale Flächeneffizienz unter Beibehaltung der Bewirtschaftung für eine maximale Leistung. Die Gesamtfläche soll 7,5 Hektar umfassen, was umgerechnet circa 16 Fußballfeldern entspricht.
Josef Reithmeier als Bürgermeister der Gemeinde steht dem Projekt grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber: „Ich persönlich bin schon offen, weil ich das Ganze als Zukunftschance sehe. Allerdings muss ich auch dem Gemeinderat beipflichten: Der sprach sich in der jüngsten Diskussion dafür aus, dass sich eine Agri-PV-Anlage nur dann umsetzen lässt, wenn Pittenhart davon auch direkt profitiert. Sprich, wir möchten eine Speichermöglichkeit. Für uns ist es ganz wichtig, die gewonnene Energie den Pittenhartern zur Verfügung zu stellen.“
Parallel einen Speicher zu schaffen ist für die Gemeinde demnach das A und O. Darüber hinaus handelt es sich laut dem Bürgermeiser bislang nur um Vorbesprechungen: Es sei noch nichts in trockenen Tüchern und auch ein Bauantrag wurde noch nicht eingereicht.
„Wir behandeln aktuell lediglich die Anfrage der Firma. Noch ist nichts entschieden, wir warten auf Reaktionen des Grundstückseigentümers und ‚Feldwerke Solar GmbH‘.“
PV-Muster in Grub als Orientierungshilfe
Um in dieser Geschichte ein fachlich fundiertes Urteil in der Sache fällen zu können, wird sich der Gemeinderat zusammen mit den Nachbarsgemeinden Obing, Kienberg und womöglich auch Schnaitsee ein Musterbeispiel ansehen.
Für Reithmeier stellt diese Forschungs- und Demonstrationsanlage eine gute Möglichkeit dar, sich mit dem Thema näher auseinanderzusetzen und sich ein detailliertes Bild von Agri-PV zu machen. Er erhofft sich davon Antworten auf offene Fragen nach Größe und Optik, Wirtschaftlichkeit sowie landwirtschaftlichen Aspekten.
Schließlich stünden derzeit einige Gemeinderatsmitglieder, die landwirtschaftliche Flächen besitzen und bewirtschaften, dem ganzen Projekt durchaus kritisch gegenüber, weiß der Pittenharter Bürgermeister: „Wir haben mehrere Landwirte, die einen Verlust von Wirtschafts- und Pachtflächen fürchten. Um Vorurteile aus dem Weg zu räumen sowie Pro und Contra von Agri-PV-Anlagen ausreichend abwägen zu können, braucht es den Besuch in Grub.“
PV-Freiflächen entstehen in Hinzing
Solarenergiegewinnung durch Photovoltaik-Anlagen ist mittlerweile nahezu in jeder Gemeinde Thema. Südlich von Pittenhart im Ortsteil Hinzing befindet sich bereits eine Freiflächen-Anlage in der Entstehung.
Der Bebauungsplan für diese Anlage mit dem Namen „PV-Anlage Aindorf West“ steht seit November 2022. Die endgültige Größe der Anlage wurde noch nicht festgelegt, der Gemeindrat aber plädiert dafür, dass sie kleiner als die ursprünglich geplanten drei Hektar sein wird.
Für den Bürgermeister und die Gemeinderatsmitglieder stellt sich also künftig auch die zentrale Frage: Wie viel Fläche soll in Pittenhart grundsätzlich für PV-Anlagen beansprucht werden? (mb)
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