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„Gehen mit einem weinenden und einem lachenden Auge“

Vom Happinger See in Ruhestand: So schwer ist der Abschied für ehemalige Kiosk-Betreiber

Zehn Jahre lang haben Annette Rygol und Dieter Mayr den Kiosk am Happinger See betrieben. Jetzt verabschieden sie sich in den Ruhestand. Nachfolger ist Gastronom Sebastian Kirner.
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Zehn Jahre lang haben Annette Rygol und Dieter Mayr den Kiosk am Happinger See betrieben. Jetzt verabschieden sie sich in den Ruhestand. Nachfolger ist Gastronom Sebastian Kirner.

Zehn Jahre lang haben Annette Rygol und Dieter Mayr den Kiosk am Happinger See betrieben. Jetzt verabschieden sie sich in den Ruhestand. Über die Gründe, ihre Pläne für die Zeit nach dem Kiosk und wie es dem neuen Pächter nach dem ersten Monat ergangen ist.

Rosenheim - Leicht ist Annette Rygol und Dieter Mayr der Abschied nicht gefallen. Die beiden haben in den vergangenen zehn Jahren den Kiosk am Happinger See betrieben. „Wir gehen mit einem weinenden und einem lachenden Auge“, sagt Annette Rygol. Sie war es, die den Kiosk im Seehotel „Hubertus“ vor zehn Jahren von der Stadt Rosenheim gepachtet hat. „Ich habe durch Zufall eine Anzeige in der Zeitung gesehen“, erinnert sie sich.

Bewerbung bei der Stadt eingereicht

Während sie dem Vorhaben anfangs noch etwas skeptisch gegenüberstand, sei ihr Mann gleich begeistert gewesen. „Ich habe mich sofort verliebt und wollte den Kiosk haben“, sagt Dieter Mayr. Schließlich habe sich Annette Rygol einen Ruck gegeben und ihre Bewerbung bei der Stadt eingereicht – und den Zuschlag erhalten. Während die ersten Monate eher ruhig verliefen, seien nach und nach immer mehr Stammgäste gekommen. „Wir hatten die nettesten Gäste, die man haben kann“, sagt Dieter Mayr.

Auch deshalb sei es ihm und seiner Frau ein Anliegen, Danke zu sagen. Nicht nur den Stammgäste, sondern auch der Stadt Rosenheim. „Die Zusammenarbeit hat sehr gut funktioniert“, sagt Annette Rygol. Gerne erinnere sie sich an die vergangenen zehn Jahre zurück. An die Stammgäste, die sie fast alle mit Vornamen kennt, an die Freundschafen, die entstanden sind, und die Paare, die sie verkuppelt hat. Und die knapp 300 Essen, die sie jeden Tag verkauft haben.

Mindestpachtzins beträgt 700 Euro

Umso schwerer falle ihr deshalb auch der Abschied. Zumal sie sich durchaus hätte vorstellen können, noch ein paar Jahre dranzuhängen. „Der Kiosk wird aufgrund der Chancengleichheit jedes Jahr neu ausgeschrieben“, erklärt Christian Baab, Pressesprecher der Stadt Rosenheim. Er verweist auf die Ausschreibung vom Dezember 2022, die noch heute auf der Website der Stadt Rosenheim zu finden ist.

Auf vier DIN-A4-Seiten wird der Kiosk, bestehend aus einem Verkaufsraum, Abstell- und Arbeitsräumen, Terrasse sowie einer öffentlichen WC-Anlage beworben. „Der Betrieb des Kiosks erfolgt von Mitte Mai bis Ende September“, heißt es in der Ausschreibung. Der Mindestpachtzins beträgt 700 Euro monatlich.

Nachdem Annette Rygol und Dieter Mayr in den vergangenen zehn Jahren den Zuschlag erhalten haben, ist die Wahl heuer auf Sebastian Kirner vom Gasthaus „Zum Stockhammer“ gefallen. Im April hat er den Kiosk „Selt am See“ offiziell eröffnet. „Wir sind zufrieden“, sagt er auf OVB-Anfrage. Zwar habe sich der Start aufgrund des durchwachsenen Wetters verzögert, an den vergangenen beiden Wochenenden sei es dafür umso besser gelaufen. Neben einer neuen Holzterrasse gebe es auch eine neue Markise. Zudem sei der Kiosk jünger und moderner. „Das kommt gut an“, sagt Sebastian Kirner.

Umzug nach Österreich

Während sich der Gastronom darum kümmern will, dass sein Kiosk immer bekannter wird, bereiten sich Annette Rygol und Dieter Mayr auf ihren Ruhestand vor. „Wir stecken gerade mitten im Umzug nach Österreich“, sagt Annette Rygol. Sie wollen das Leben genießen, hin und wieder vereisen und einfach einmal die Füße hochlegen. Denn einen Tag zum Ausruhen hatte das Paar in den vergangenen Jahren kaum. „Vor dem Kiosk haben wir 20 Jahre lang als Pächter in der Golfclub-Gastronomie gearbeitet“, sagt Dieter Mayr. Jetzt ziehen die beiden einen Schlussstrich. „Es war eine wirklich schöne Zeit“, sagt Annette Rygol. Aber auch die geht bekanntlich irgendwann einmal zu Ende.

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