„Ein ganz eindeutiger Hunderiss“
Totes Reh in Kolbermoor – Jäger Karl Bauer sucht nach dem Besitzer eines wildernden Hundes
Bei der Aiblinger Polizei hat Jäger Karl Bauer Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Denn am 26. September hat ihn eine Frau angerufen und ein totes Reh gemeldet.
Bad Aibling – „Das ist ein ganz eindeutiger Hunderiss“, sagt Bauer. Damit kennt er sich aus. Acht Rehe hat er vergangenes Jahr verloren, hauptsächlich durch Hunde. Er hat bereits einmal Anzeige erstattet wegen einem wildernden Hund. Da die Suche nach dem Besitzer erfolglos blieb, hat er sich diesmal an den Mangfall-Boten gewandt und hofft auf die Mithilfe der Bürger.
„Er hat das Reh sozusagen erwürgt“
Das Reh wurde Samstagabend oder Sonntagvormittag getötet, genau könne er das nicht sagen. „So war noch nie eines gerissen, das war ein Kehlbiss“, sagt Bauer. Der Hund habe das Reh sogar zwei mal gepackt, einmal von der Seite und einmal von unten. „Er hat das Reh sozusagen erwürgt“, ergänzt der Jäger.
In der Gegend besteht eine Anleinpflicht
Das Tier lag in einem abgemähten Maisfeld, nahe der von der Kolbermoor Straße abgehenden kleinen Teerstraße, rund 200 Meter nach den Kliniken. Bauer hofft nun, dass sich Zeugen bei ihm melden und Hinweise auf den Hundehalter haben. Anders habe er „keine Chance“. Am besten wäre es aber, jemanden in flagranti zu erwischen.
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Dann bekäme die Person ein Ordnungsgeld von ein paar 100 Euro und es sei eine Abschreckung für andere. „Nur über den Geldbeutel kann man die Leute erziehen“, sagt Bauer. Denn eigentlich müssen Besitzer Hunde über 50 Zentimeter in ausgewiesenen Bereichen bereits anleinen – auch dort, wo er das Reh gefunden hat. „Das tun sie aber nicht“, weiß der Jäger.
Hundehalter reagieren „pampig“ auf Kritik
Die überwiegende Mehrheit der Hundehalter sei zwar vernünftig. Zehn bis 15 Prozent seien aber „verbohrt, unvernünftig und gereizt“. Sie leinen ihre Tiere nicht an, schaffen Trampelpfade und betreten landwirtschaftlichen Nutzungsflächen, obwohl das in der Vegetationsperiode von Anfang April bis Mitte Oktober verboten ist. Einige Hundehalter spazieren mit ihren frei laufenden Tieren über die Wiesen und sind eine Gefahr für Wildtiere. Wenn er die Leute anspricht, seien sie „pampig“.
„Dauerstress“ für die Wildtiere
Es gebe nur noch einen ganz kleinen Rückzugsraum für das Wild. Es sei deshalb ein „Wahnsinns-Problem“, dass manche Bürger Trampelpfade im Wald schaffen. Das bedeute „Dauerstress“ für die Tiere. Das „Allerwichtigste“ sei deshalb, dass die Spaziergänger auf den Hauptwegen bleiben – wie vorgeschrieben und ausgeschildert. Es sei zudem schöner, weil man die Rehe dann auch sehen könne.
Jäger appelliert an Autofahrer
Im Sommer fühlten sich die Rehe sicherer im Mais als in den kleinen Waldinseln, die Menschen mit oder ohne Hunde durchlaufen. „Ihnen wird jetzt die Sommerwohnstube genommen“, sagt Bauer in Hinblick auf die Maisernte. Ihre Deckung fehlt nun und die Rehe flüchten zurück in die nächstgelegenen Wälder – auch über Straßen.
Das werde manchem Reh und Autofahrer zum Verhängnis. Auch manche Hunde hetzen die Tiere über die Maisfelder. „Die Rehe sind desorientiert und rennen in alle möglichen Richtungen“, sagt Bauer. Im schlimmsten Fall laufen sie auf die Straße und werden auch von Autos überfahren. Deshalb appelliert der Jäger an Autofahrer und bittet sie, vorsichtig zu fahren.
Hinweise erbeten:
Wer den Vorfall am 25. oder 26. September gesehen oder Hinweise auf den Hundebesitzer hat, soll sich bei der Polizei Bad Aibling unter 08061/90730 melden.