Höchster bundesweiter Wert seit 2024
Steigende Spritpreise wegen Iran-Krieg: Rosenheimer spüren Folgen des Nahost-Konflikts
Der Konflikt im Nahen Osten hat die Spritpreise auch in Rosenheim auf ein hohes Niveau getrieben. Der bundesweite Durchschnittswert ist der höchste seit fast zwei Jahren.
Rosenheim – Autofahrer müssen an den Zapfsäulen derzeit deutlich tiefer in die Tasche greifen als noch vor wenigen Wochen. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt kostete ein Liter Super E10 am Sonntag 1,794 Euro, Diesel lag bei 1,759 Euro pro Liter. Das sind die höchsten Werte seit Mai beziehungsweise April 2024. In Rosenheim liegt der Durchschnittspreis laut einer Verbraucher-Analyse des SWR am 2. März (Stand 9.36 Uhr) für Super-Benzin aktuell bei 1,84 Euro pro Liter – zwei Cent mehr als noch vor einer Woche. Wer günstig tanken möchte, findet vereinzelt noch Preise ab 1,81 Euro. Damit liegt Rosenheim über dem bayerischen Mittel von 1,82 Euro und dem Bundesdurchschnitt von 1,83 Euro.
Seit sich die Lage im Nahen Osten verschärft hat, zogen die Preise spürbar an. Im Vergleich zum Freitag, dem letzten Tag vor den Angriffen, verteuerte sich E10 um 1,6 Cent, Diesel um 1,3 Cent. Der bisherige Anstieg an den Zapfsäulen fiel damit noch deutlich schwächer aus als bei Rohöl oder Heizöl. Nach Einschätzung des ADAC war der Spritpreis zuletzt im Vergleich zu Ölpreis und Dollarkurs bereits verhältnismäßig hoch. Dennoch sei zu befürchten, dass die Preise noch weiter steigen würden, sagte ein Sprecher.
Straße von Hormus als Nadelöhr
Haupttreiber hinter den steigenden Preisen ist der Rohölmarkt, der seit Beginn der US-amerikanischen und israelischen Angriffe auf den Iran unter starkem Druck steht. Besonders kritisch ist die Lage an der Straße von Hormus – der schmalen Meeresenge zwischen dem Iran und dem Oman, durch die täglich rund ein Fünftel aller weltweiten Öltransporte fließt.
Seit Beginn der Angriffe haben Irans Revolutionsgarden den Schiffsverkehr durch die Meerenge offenbar eingeschränkt. Schiffe wurden wiederholt per Funk aufgefordert, die Durchfahrt zu unterlassen, ihre Maschinen zu stoppen und sich auf ein mögliches Entern vorzubereiten. Oman meldete zudem einen Angriff auf einen Öltanker im Bereich der Meeresenge. Jede ernsthafte Blockade hätte nach Einschätzung von Analysten unkalkulierbare Folgen für den Weltmarkt.
OPEC+ reagiert mit Produktionserhöhung
Das Ölkartell OPEC+ hat am Wochenende bereits reagiert: Acht Förderländer, angeführt von Saudi-Arabien und Russland, kündigten nach einer Online-Sitzung an, ihre Tagesproduktion ab April um 206.000 Barrel zu steigern – deutlich mehr als die von Analysten erwarteten 137.000 Barrel. Begründet wurde der Schritt mit stabilem Wirtschaftsausblick und niedrigen Ölvorräten. Den Krieg im Nahen Osten erwähnte die Gruppe mit keinem Wort.
Bei einer globalen Ölproduktion von 106,6 Millionen Barrel täglich ist die OPEC+-Erhöhung allerdings ein vergleichsweise kleines Signal – und würde im Falle einer Hormus-Blockade bei Weitem nicht ausreichen, um die Märkte zu beruhigen. (fgr/dpa)