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„Sofort klar, dass ich das machen werde“

Rosenheimer Csaba Molnar (19) rettet ein Leben: So fühlte sich die Stammzellen-Spende an

Csaba Molnar ist Stammzellenspender
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Csaba Molnar aus Rosenheim hat seine Stammzellen gespendet.

Ein paar Piekser mit der Spritze können einem anderen Menschen das Leben retten. Diese Erfahrung machte der Rosenheimer Csaba Molnar (19), der dieses Jahr Stammzellen spendete. Wie die Spende ablief, warum Molnar keine Angst hatte und wann er den Empfänger kennenlernen könnte.

Rosenheim – Vor etwa einem Jahr ließ sich der Rosenheimer Csaba Molnar (19) bei der deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) typisieren. Erst wenige Wochen ist es her, dass er tatsächlich zum Stammzellenspender wurde. Seine Stammzellen geben jetzt einer schwer kranken Person eine zweite Chance auf das Leben. „Es fühlt sich sehr gut an“, sagt Molnar. Dass man mit so geringem Aufwand ganz Großes bewirken kann.

DKMS-Event in der Schule

Die Idee mit der Registrierung kam ihm in der Schule. „Dort gab es ein Event der DKMS“, erzählt Molnar. Die meisten aus seiner Klasse hätten sich zu diesem Zeitpunkt ebenfalls für eine Registrierung entschieden. Doch im Gegensatz zu seinen Schulkameraden erhielt Molnar einige Zeit später eine Mail. Er wurde darüber informiert, dass er für eine Spende infrage kommt. „Das war noch vor den Abiprüfungen“, erinnert sich der Rosenheimer, der dieses Jahr die Schule abgeschlossen hat.

Csaba Molnar aus Rosenheim wurde mit der Spende wohl zum Lebensretter.

Darüber freute sich Molnar sehr, wie er erzählt. „Gleich nach dem Aufstehen habe ich die Mail gesehen und es sofort der Familie gesagt. Für mich war sofort klar, dass ich das machen werde“, betont der 19-Jährige. Viele in seinem Umfeld sind auch in der Datenbank registriert. „Das war dort natürlich Gesprächsthema Nummer eins, weil bisher noch niemand gespendet hat“, erzählt Molnar.

Wie viele Menschen spenden?

Wie die DKMS auf ihrer Webseite informiert, kommt es nur bei etwa einer von 100 registrierten Personen tatsächlich zu einer Stammzellenspende. Täglich sind das weltweit etwa 25 Spender. Insgesamt sind mehr als 13 Millionen Menschen als potenzielle Spender registriert. Mehr als 125.000 Mal konnten Spender Patienten bereits eine zweite Chance geben. Wer in der Datenbank registriert ist und für eine Spende infrage kommen könnte, wird kontaktiert und zuerst gefragt, ob die Bereitschaft zur Spende immer noch besteht.

Blutabnahmen und Untersuchungen

Um abzuklären, ob es wirklich passt, musste er zuerst noch beim Hausarzt Blut abnehmen lassen. „Ein paar Wochen später, als ich gerade für die Prüfungen gelernt habe, habe ich den Anruf bekommen, dass ich wirklich spenden könnte.“ Es folgte ein weiteres Telefonat, in dem der Ablauf genau durchgesprochen wurde.

„Ich hatte dann den ersten Untersuchungstermin. Da wurde wirklich alles gecheckt“, sagt er und lacht. Ihm sei viel Blut abgenommen worden, alle Organe habe man überprüft. „Auch den voraussichtlichen Termin für die Spende habe ich bekommen.“ Der musste allerdings noch einmal verschoben werden, denn der Spendenempfänger hatte gesundheitliche Probleme.

Ort und Zeit bleiben geheim

Zudem machte Molnar zu diesem Zeitpunkt sein Abitur. „Erst hatte ich Angst, dass es irgendwie mit einer Prüfung zusammenfällt“, erzählt er. Doch bis alles geregelt war, dauerte es ohnehin noch einige Zeit. „Und ich konnte auch angeben, wann es bei mir nicht klappt. Das wird berücksichtigt.“

Wann und wo genau die Stammzellen schlussendlich entnommen wurden, darf Molnar allerdings aus Datenschutzgründen nicht erzählen. Wie genau es abgelaufen ist aber schon. „Einen Tag vorher kam ich ins Krankenhaus. Am nächsten Tag in der Früh konnte ich dann schon spenden“, erzählt er.

Molnar spendete Knochenmark

Die Stammzellen können normalerweise per Blutwäsche abgenommen werden. „So wird es meistens gemacht“, sagt Molnar. Brauche der Empfänger allerdings die „intensivere“ Variante der Stammzellen, so der 19-Jährige, komme es zur Knochenmarkspende. So war es auch bei ihm. „Unter Vollnarkose wurden die Stammzellen aus dem Knochenmark im Beckenkamm entnommen“, erzählt Molnar. Mit der Spritze. „Davor hatte ich immer sehr große Angst vor Nadeln“, sagt er. Durch die vielen Blutabnahmen und die Gespräche mit der DKMS, habe er sich aber gar keine Sorgen mehr gemacht.

Den Tag der Entnahme verbrachte er noch im Krankenhaus, wurde am nächsten Morgen aber schon wieder entlassen. „Direkt nach der Narkose war ich natürlich ein bisschen neben der Spur“, sagt der 19-Jährige. Einige Tage habe er noch leichte Rückenschmerzen gehabt. „Wie als hätte man sich im Bett verlegen. Aber es war wirklich nur sehr leicht und lokal.“

Datenschutz entfällt nach einiger Zeit

Molnar ist jetzt zwei Jahre für den aktuellen Empfänger reserviert. „Ich weiß zwar, an welche Nation ich gespendet habe, aber den Namen der Person kenne ich nicht“, erzählt er. Bisher habe er nur erfahren, dass sie die Spende erhalten konnte, die per Sofortkurier gleich transportiert wurde. Und dass es der Person aktuell so weit gut geht.

Eine Stammzellenspende kann Betroffenen eine zweite Chance geben (Symbolbild).

Nach ein oder zwei Jahren entfällt allerdings der Datenschutz, wie Molnar erzählt. Und wenn beide Parteien einverstanden sind, könnte der Rosenheimer dann Kontakt aufnehmen. „Dafür wäre ich auch prinzipiell offen, wenn die andere Person das auch möchte“, sagt Molnar.

Empfänger bekommen zweite Chance

Den Empfänger der Spende kennt der 19-Jährige zwar nicht, Kontakt zu Menschen mit Blutkrebs hatte er allerdings bereits. „Verwandte von mir haben leichte Formen von Blutkrebs, altersbedingt“, erzählt er. Aber auch beruflich hatte er schon mit Betroffenen zu tun. „Ich habe in einer Arztpraxis mit einer onkologischen Abteilung gearbeitet“, so Molnar.

Auch weiterhin wird ihn das Thema Gesundheit wohl beschäftigen. „Ab Oktober studiere ich Management im Gesundheitswesen“, erzählt der 19-Jährige. Bis dahin genießt er noch die freie Zeit, ist viel mit dem Fahrrad und seiner Familie unterwegs. Molnar ist froh, dass er sich damals hat registrieren lassen. „Eigentlich wollte ich es selbst machen, habe es dann aber schleifen lassen“, erzählt er.

Turnier der Hoffnung in Rosenheim

Am Sonntag (14. September) findet am Sportplatz in Westerndorf St. Peter das „Turnier der Hoffnung“ statt. Dort kickt die Ü40-Mannschaft des FC Bayern München gegen die Hoffnungself, die aus Spielern aus mehreren Altherren-Teams aus der Region besteht. Beginn ist um 11.30 Uhr. Im Rahmen des Turniers gibt es auch eine Typisierungsaktion der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS), bei der sich jeder registrieren lassen und so selbst zum Lebensretter werden kann. Der Eintritt ist frei.

Er hält es für sehr wichtig, dass sich möglichst viele Menschen typisieren und in der Datenbank der DKMS eintragen lassen. „Dann gibt es einfach mehr Chancen für betroffene Personen, Stammzellen zu bekommen“, sagt der Rosenheimer. Denn diese Spende sei für viele die einzige Option, wieder irgendwie in ein normales Leben zurückzukehren. Eines, wie Molnar es lebt.

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