Auf dem ehemaligen Sportplatzgelände
Neuer Natur-Kindergarten in Schechen – wie die Pläne aussehen und wie teuer das Projekt ist
In Schechen sollen auf dem ehemaligen Sportplatzgelände zwei Gebäude für einen Naturkindergarten entstehen. Nun wurden die Pläne im Gemeinderat vorgestellt. Wie es um die Kosten und um den Zeitplan steht.
Schechen – Die Planungen für den neuen Naturkindergarten in Schechen schreiten voran. In der vergangenen Sitzung des Gemeinderates hat die Architektin den aktuellen Stand des Vorhabens vorgestellt. Im Zentrum der Gemeinde, auf der Fläche des Sportplatzes, soll ein neuer Gebäudekomplex für den Naturkindergarten entstehen. Die Kindertageseinrichtung ist derzeit provisorisch in Containern im Tannenweg untergebracht.
Die Fläche für das neue Kindergarten-Areal beträgt ungefähr 6000 Quadratmeter und ist im südlichen Bereich des neuen Baugebietes angesiedelt. Nördlich davon soll Wohn- oder Gewerbefläche entstehen. Angrenzend an die Rosenheimer Straße wird derzeit der neue Nahversorger gebaut.
Einrichtung soll vier Gruppen beherbergen
In einer Beratung im vergangenen Jahr hatte der Gemeinderat aus insgesamt sechs vorgestellten Varianten eine Version ausgewählt. Daraus hat Architektin Claudia Petzenhammer vom gleichnamigen Architektur- und Stadtplanungsbüro nun einen Entwurf erarbeitet. Er zeigt zwei Gebäude, die um einen Innenhof gruppiert sind. Sie sind für zwei Krippen- und zwei Kindergartengruppen ausgelegt. Im südlichen Bereich ist Platz für einen Erweiterungsbau mit weiteren zwei Gruppen.
Das größere Gebäude im Nordosten ist L-förmig gestaltet. Im nördlichen Schenkel sind Personal-, Besprechungs- und Kindergartenleitungsräume vorgesehen, außerdem WCs und Lagerflächen. Im nordöstlichen Eck ist der Eingang geplant. „Hier gibt es eine Änderung zur ursprünglichen Planung“, wie Architektin Petzenhammer erklärte.
Foyer wird vergrößert
In Absprache mit dem Landratsamt sollte dieser Bereich vergrößert werden mit einem Foyer als Wartebereich. Der Eingang ist nun mit 43,5 Quadratmetern eingeplant. Über eine Garderobe und einen Flur gelangt man in die Räume der Krippe: Gruppenräume, Ruheräume, Intensivräume sowie WCs sind hier vorgesehen. Richtung Innenhof befinden sich ein Mehrzweckraum sowie ein Speiseraum, die von einer variablen Trennwand getrennt oder zusammengelegt werden können. Da vorgesehen ist, die Verpflegung über ein Catering anliefern zu lassen, befindet sich angrenzend eine Catering-Küche, in der Speisen aufgewärmt werden können.
Im Innenhof sind Überdachungen vorgesehen, zum Beispiel auf dem Weg zum westlichen Kindergarten-Gebäude. In diesem sind zwei Kindergarten-Gruppenräume geplant, außerdem ein Intensivraum, WCs und ein Flur. Generell, so die Planerin, sei es ein „Minimalkonzept“ und „spartanisch“ ausgestattet, da es sich ja um einen Naturkindergarten handele. Allerdings seien Personalräume und ähnliches bereits auf eine sechsgruppige Einrichtung ausgelegt. Geplant ist ein Sichtdachstuhl teilweise mit Akustikdecken. Die Fassaden sind teilweise mit Holz verkleidet, die Heizung erfolgt über eine Wärmepumpe. Außerdem sei eine PV-Anlage vorgesehen.
300.000 Euro Mehrkosten
Zum ursprünglichen Konzept dieser Variante hat sich eine Kostensteigerung von rund 300.000 Euro ergeben. Die Planerin erklärte, dass man teilweise mehr Fläche geplant habe, etwa durch den vergrößerten Eingangsbereich. Eine große Summe ergebe sich durch die Photovoltaikanlage, da laut Gesetzgeber ein Drittel der Dachflächen damit ausgestattet sein müssen. Das wären rund 350 Quadratmeter für etwa 140.000 Euro. „Es ist fraglich, ob das in der Dimension nötig ist“, so Petzenhammer. Das Gesetz sei aber weich formuliert, so dass man darüber wohl noch sprechen könne. Die aktuelle Kostenschätzung liegt nun bei rund 4,3 Millionen Euro.
In der anschließenden Diskussion schlug Josef Weber (CSU) vor, eine Zwischendecke statt eines Sichtdachstuhls zu planen. Wenn man nicht vorhabe, die Dachschräge zu nutzen, komme das günstiger. Manfred Altenweger (CSU) kritisierte den Abholbereich neben einem Ruheraum. „Das war bei den Kindergärtnerinnen nie ein Thema“, sagte Planerin Petzenhammer mit Blick auf einige in der Sitzung anwesende Mitarbeiterinnen des Naturkindergartens, die dazu nickten. Das liege daran, dass Abholzeiten und Ruhezeiten nie zusammentreffen würden.
PV-Anlage würde 140.000 Euro Kosten
Andreas Rausch (CSU) wollte das Thema „PV-Anlage“ noch einmal prüfen. „Für 140.000 Euro kann man viele andere Dinge kaufen“, meinte er. Hier müssten Kosten und Nutzen im Gleichgewicht bleiben.
Mit einer Gegenstimme wurden die aktuellen Planungen gebilligt. Die Photovoltaikanlage soll allerdings auf das Nötigste reduziert werden. Außerdem soll eine Zwischendecke geprüft werden. Mit einem Baubeginn rechnet Bürgermeister Stefan Adam (CSU) im Frühjahr 2026.