„Er hinterlässt eine riesige Lücke“
Nach tragischem Radlunfall: So trauert Rosenheim um Grujo Ilic (†47)
Die Trauer in Rosenheim ist groß: Am Sonntag (17. Mai) stürzte ein Rosenheimer (47) mit seinem Fahrrad und verletzte sich schwer. Zwei Tage später wurde bekannt, dass der Mann im Krankenhaus verstorben ist. Mittlerweile weiß man, dass es sich bei dem Verstorbenen um Grujo Ilic gehandelt hat. Ein Nachruf.
Rosenheim – Die Unglücksstelle ist kaum zu übersehen. Auf der Fahrbahn befinden sich noch die gelben Markierungen der Polizei, nur wenige Meter weiter, erinnern Freunde, Bekannte und Angehörige mit Blumen, Kerzen und handgeschriebenen Briefen an den Verstorbenen. Am Sonntag (17. Mai) war Grujo Ilic gegen 2 Uhr in der Anrulfstraße mit dem Fahrrad unterwegs.
Er stürzte, verletzte sich schwer. Passanten informierten die Polizei. Zwei Tage später die traurige Gewissheit: Der 47-Jährige hat es nicht geschafft. Noch im Krankenhaus erlag er seinen schweren Verletzungen. Seitdem steht die Welt seiner Familie still. Man sei fassungslos, könne nicht glauben, dass ein Mensch, der so viel Raum eingenommen hat, plötzlich nicht mehr da ist.
„Einen Menschen wie den Grujo kann man sich eigentlich nur wünschen“, sagt Stipan Klaric. Er ist der langjährige Vorsitzende des Vereins „Croatia Rosenheim“. In dem Verein war auch Grujo Ilic Mitglied. Erst als aktiver Fußballer, später als Teil der Vorstandschaft. Und das als gebürtiger Serbe. „Dabei weiß jeder, dass sich Kroaten und Serben nicht unbedingt gut verstehen“, sagt Klaric.
Aber mit dem Grujo habe es von Anfang an gepasst. Er habe sich schnell eingelebt, habe alles mitgemacht. „Ich habe nur die besten Worte für ihn“, sagt der Vorsitzende. Er sei ein guter Freund gewesen, jemand, der immer für andere da gewesen sei. Sich für nichts zu schade war und immer mit anpackte.
„Er hat das Leben in vollen Zügen genossen“, sagt Stipan Klaric. Er sei bei jedem Fußballspiel gewesen, liebte es, mit seinem Rad durch die Region zu fahren. Lustig sei er gewesen, einer, mit dem man gerne lange Abende verbringen konnte. „Es gibt kaum Worte, um ihn zu beschreiben“, sagt der Vorsitzende.
Noch gut erinnert er sich an gemeinsame Fußballspiele. Der Grujo sei jemand gewesen, der den Ball nie mit dem Kopf annehmen wollte, aus Angst, er könnte seine Frisur zerstören. Den Spitznamen „Schöner“ habe er deshalb von seinen Teamkollegen bekommen. Wenn es dann doch mal passierte, dass der Fußball seinen Kopf traf, habe man des Öfteren gescherzt, dass er jetzt erst einmal seine Frisur richten müsse.
Es gibt viele dieser Anekdoten. Die meisten davon bringen Stipan Klaric zum Schmunzeln. Aber sie erinnern ihn auch an den Verlust. An die große Lücke, die Ilics Tod in sein Leben reißt. In das Leben so vieler. Die Mitglieder des Vereins haben deshalb beschlossen, Grujo Ilics Trikot mit der Nummer 11 an seinen Sohn zu übergeben. Als Zeichen der Wertschätzung, aber auch, weil die Nummer 11 für immer die Nummer von Grujo Ilic bleiben soll.
Außerdem will der Verein Spenden sammeln. Auch seine Familie hat eine Spendenaktion ins Leben gerufen. „Sein plötzlicher Tod hat seine Familie, Freunde und alle Angehörigen tief erschüttert“, heißt es in dem Spendenaufruf.

