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Am Priener Chiemsee-Ufer

Millionenkauf und Erweiterung? Wie die Klinik St. Irmingard ihre Zukunft gestaltet

Die Klinik St. Irmingard, traumhaft am Chiemsee gelegen.
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Die Klinik St. Irmingard im Sommer fast direkt am Chiemsee. Das gelbe Haus oben rechts gehört jetzt zur Klinik dazu.

Bisher war die Klinik St. Irmingard am Priener Chiemseeufer zur Pacht in ihrem Gebäude. Das ändert sich bald – mit vielen Vorteilen für die Klinik. Außerdem gibt es schon Pläne zur Erweiterung.

Prien  Die Klinik St. Irmingard liegt malerisch am Chiemsee, die Schiffe von Prien zur Herreninsel legen fast direkt vom Garten der Klinik ab. Dazwischen liegt nur das Hotel Luitpold am See. Bisher gehörten zu diesem Hotel zwei Häuser. Das gelbe Haus „Luitpold II“ gehört seit November vergangenen Jahres vollständig zur St. Irmingard Klinik, nachdem bereits seit einigen Jahren eine Teilfläche therapeutisch von der Klinik genutzt wurde.

Ab 2026 geht auch das Gebäude der Klinik durch einen Erbbaurechts-Vertrag in den Besitz der Gesundheitswelt Chiemgau, Betreiber der Klinik, über. „Mit dem Erwerb der Immobilien schaffen wir langfristige Stabilität und Unabhängigkeit. Wir halten die Zukunftsgestaltung unserer Standorte in Prien selbst in der Hand und machen uns unabhängig von externen Partnern“, erklärt Dietolf Hämel, Vorstandsvorsitzender der Gesundheitswelt Chiemgau.

Die St. Irmingard Klinik ist seit 2001 Pächter des Gebäudes, wenn der Vertrag am Ende des Jahres ausläuft, sind also 25 Jahre vergangen. Das Interesse der Gesundheits-Unternehmensgruppe bestand schon mehrere Jahre, intensive Gespräche mit der Eigentümerfamilie Fessler führten nach rund zwei Jahren zum jetzigen Ergebnis. Hämel spricht im Gespräch mit dem OVB von einem siebenstelligen Betrag, „es geht ja einerseits um das Gebäude selbst und um einen jährlich zu zahlenden Erbbauzins fürs Grundstück.“ Aufgrund von einem „bilateralen Verhältnis“ teilt Hämel keine genaueren Zahlen. Beide Seiten hätten Gutachten erstellt, dadurch kam es zu „einem beidseitig akzeptablen Kaufpreis“. Familie Fessler teilt auf OVB-Anfrage mit, sich nicht zur Sache äußern zu wollen.

Langfristige Laufzeit des Erbbaurechtvertrags

Über die Fesslers verliert Hämel viele freundliche Worte: „Seit vielen Jahrzehnten stehen wir in einem sehr guten Pachtverhältnis und sie sind für uns ein wahnsinnig fairer Partner. Sie wollten perspektivisch nichts mehr mit dem Klinikbetrieb zu tun haben und die Profis ans Werk lassen.“ Hämel merkt außerdem an, dass Familie Fessler die Immobilie selbst Jahrzehnte lang betrieb, „da stecken natürlich viel Herzblut und viele Emotionen drin“. Ganz hergeben wollte Familie Fessler das Grundstück in exponierter Lage zum See nicht, deshalb sei das Vertragskonstrukt Erbbaurecht mit 50 Jahren Laufzeit plus Option auf 20 Jahre Verlängerung entstanden.

„Wir haben die große Chance, die Nachfrage bei uns mit mehr stationären Betten zu befriedigen“, erklärt Stefan Düvelmeyer, Geschäftsführer der Klinik, was mit dem neugewonnenen Platz durch das Haus Luitpold II geschehen soll. Außerdem seien die Abstimmungswege, gerade auch im energetischen Bereich, mit Photovoltaik auf den Dächern beispielsweise, deutlich kürzer und die Klinik kann die Zukunftsentwicklung besser gestalten. Ein weiterer Vorteil durch den Kauf des Haus Luitpold II sei, dass kein neues Gebäude für die Klinik gebaut werden muss. Außerdem sollen im Erdgeschoss Büros für das Personal entstehen. Dieses war in in der Klinik intern „Pavillon“ genannten Baucontainern, welche hinter der Klinik stehen, zuletzt provisorisch beheimatetet.

Durch den nahegelegenen Chiemsee ist ein Bauvorhaben schwierig umzusetzen. Das Luitpold II ist vor 1900 mit einer Art Pfahlbauweise gebaut. „Eine Genehmigung für Neubauten ist nicht einfach“, weiß Düvelmeyer. Dennoch will die Klinik St. Irmingard in naher Zukunft noch weiter vergrößern: Das große Gebäude soll mit dem neu erworbenen gelben Haus verbunden werden.

 „Wir haben Trauma-Wartelisten, die bei 18 Monaten liegen.“

 Stefan Düvelmeyer, Geschäftsführer der Klinik St. Irmingard

Die Klinik St. Irmingard ist zum einen Reha- zum anderen Akut-Klinik. Die Nachfrage ist sowohl im Rehabereich der Kardio-Onkologie, als auch bei den Akutbetten im Bereich der Psychosomatik mit Traumaschwerpunkt hoch. „Wir haben Trauma-Wartelisten, die bei 18 Monaten liegen“, sagt Düvelmeyer und erklärt sich das mit dem guten Ruf der Klinik: „Die Lage ist einzigartig, aber auch fachlich nehmen wir uns viel Zeit für unsere Patienten. Unser Personal ist sehr empathisch und das kommt bei den Patienten an.“

Über 200 Beschäftigte in der Klinik St. Irmingard

Deshalb möchte der Klinik-Chef auch kaum Einsparungen vornehmen, schon gar nicht beim Personal. „Durch eine hohe Auslastung der Betten wollen wir wirtschaftlich erfolgreich sein“, so Düvelmeyer. In der Klinik sind aktuell 48 Menschen im ärztlichen Dienst angestellt und 44 Pflegekräfte. Dazu kommen 73 Leute im Bereich Medizinisch-Technischer Dienst und Funktionsdienst, also Mitarbeitende im Bereich der Therapie. Mit dem Personal aus den Bereichen Hauswirtschaft, Service, Küche, Rezeption, Haustechnik und Verwaltung sind über 200 Leute bei der Klinik St. Irmingard tätig.

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