Aufregung am 23. November
Sirenen reißen Kolbermoorer aus dem Schlaf: Was hinter dem Alarm Sonntagfrüh steckte
Sirenen in der Nacht auf Sonntag (23. November) in Kolbermoor: Was hinter dem Alarm steckte, der etliche Bürger aus dem Schlaf riss. Und wieso die Sirenen in Kolbermoor seit zwei Jahren anders klingen als früher.
Kolbermoor – Das Geheul von Sirenen hat in der Nacht auf Sonntag, 23. November, zahlreiche Kolbermoorer aus dem Schlaf gerissen. „Was war das für ein Alarm? Schon komisch...“, äußerte sich eine Bürgerin in der Facebook-Gruppe „Kolbermoor do san ma dahoam“, nachdem ein weiteres Gruppenmitglied gar eine Tonaufnahme des Alarms in die Gruppe gepostet hatte. Insgesamt wurde der Post 36-mal kommentiert. Hintergrund des Alarms: Zwei nahezu zeitgleiche Einsätze, für die weiteres Feuerwehr-Personal vonnöten war.
Nach Angaben von Armin Hörl, Kommandant der Feuerwehr Kolbermoor, waren die Brandbekämpfer am Sonntag, 23. November, gegen 0.30 Uhr zunächst zum Gebäude eines Discounters an der Rosenheimer Straße in Kolbermoor gerufen worden, nachdem dort der Rauchwarnmelder angeschlagen hatte. Nur wenige Minuten später löste dann eine Brandmeldeanlage in einem Gebäude auf dem Gelände der Alten Spinnerei Alarm aus.
Alarmierung per Sirene kommt nur selten vor
„Um genügend Personal für die beiden Einsätze zur Verfügung zu haben, hat der Einsatzleiter entschieden, über die Leitstelle die Einsatzkräfte per Sirene zu alarmieren“, erklärt Hörl gegenüber dem OVB die Hintergründe des Sirenen-Einsatzes. Was nach Angaben des Kommandanten aber nur selten vorkomme. „Das hält sich sehr in Grenzen, dass die Sirenen aktiviert werden“, so Hörl. „Da muss es schon größere Einsatzlagen geben.“
Dass die Sirenen in Kolbermoor seit nun fast zwei Jahren von einigen Bürgern mehr wahrgenommen werden, als früher, liegt nach Angaben von Thomas Rothmayer, Leiter des städtischen Ordnungsamtes, unter anderem daran, dass es seit Januar 2024 vier Sirenen in Kolbermoor gibt, die nun das komplette Stadtgebiet abdecken. Die beiden jahrzehntealten Sirenen in Pullach sowie auf der Mangfallschule wurden für rund 50.000 Euro gegen vier digitale Sirenen ausgetauscht, die sich in Pullach, auf dem Rathaus, auf einem städtischen Mietgebäude am Glasberg sowie auf dem Gebäude der Adolf-Rasp-Schule befinden.
Probealarm jeden vierten Samstag im Monat
Um die Funktionsfähigkeit der Sirenen in der Region zu testen, löst die Leitstelle, aufgeteilt auf verschiedene Einsatzgebiete, immer samstags einen Probealarm aus. In Kolbermoor ist der Probealarm nach Angaben der Stadtverwaltung an jedem vierten Samstag im Monat gegen 12 Uhr zu hören.
Beschwerden aus der Bevölkerung über den Klang der neuen Modelle oder allgemein über den Alarm hat es laut Rothmayer seit Installation Anfang 2024 kaum gegeben. Und das, obwohl Rothmayer selbst mit mehr Rückmeldungen gerechnet hatte. „Da die Sirenen jetzt das ganze Stadtgebiet erreichen, hatte ich schon befürchtet, dass sich Bürger beschweren“, so der Ordnungsamtleiter, aber: „Bis auf zwei, drei Rückmeldungen im Jahr kommt nichts.“
Zumal die vier neuen Sirenen nach Angaben von Hörl und Rothmayer ihren Zweck erfüllen und ein „Plus für die Sicherheit“ für die Stadt und deren Bevölkerung ist. Auch wenn sich am Sonntag, 23. November, beide Einsätze letztlich als harmlos entpuppten, wie Hörl berichtet: „Beide Einsätze waren letztlich Fehlalarme“, so der Kommandant der Feuerwehr Kolbermoor. „Aber das kann man vorher ja nicht wissen.“

