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Millionen-Ausgaben für Leerstand?

Welche Ängste den Stadtrat Kolbermoor bei zwei neuen Parkhäusern umtreibt

Neben einem Parkhaus für Fahrräder soll in Kolbermoor auch ein neues Parkhaus für Autos entstehen.
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Neben einem Parkhaus für Fahrräder soll in Kolbermoor auch ein neues Parkhaus für Autos entstehen.

236 für Autos, 231 für Fahrräder: Diese Anzahl an Stellplätzen sollen zwei Parkhäuser bieten, die die Stadt Kolbermoor 2025 und 2026 errichten will. Wo die Parkhäuser entstehen werden – und wieso Stadträte die Angst vor dem Leerstand umtreibt.

Kolbermoor – Bürgermeister Peter Kloo (SPD) betont es immer wieder: Die Verkehrszukunft Kolbermoors kann nur in einem intelligenten Mix aus Autos, Fahrrädern und dem öffentlichen Nahverkehr bestehen. Von daher ist es nur logisch, dass sich der Kolbermoorer Stadtrat auf seiner jüngsten Sitzung gleich mit zwei Parkhäusern beschäftigte: einem für Autos an der Haßlerstraße und einem für Fahrräder im direkten Bahnhofsbereich.

Nun sind Parkhäuser nicht selten recht unansehnliche Klötze, die in eine Stadtlandschaft gestellt werden. Dem Kolbermoorer Stadtrat war es deshalb von Anfang an wichtig, dieses Manko gerade beim Autoparkhaus mit seinen 236 Stellplätzen so weit wie nur irgend möglich zu vermeiden. Auch aus diesem Grund setzte man sehr früh auf eine äußerst innovative Lösung, nämlich der einer Holzkonstruktion.

Ein Modell des Stadtkerns aus der Vogelperspektive: Neben der Tonwerksunterführung soll das Parkhaus für Autos (oben Mitte) entstehen.

Eine entsprechende Vorentwurfsplanung konnte dem Stadtrat nun vorgestellt werden. Demnach wird das Parkhaus nicht nur durch den Baustoff Holz von einer „Betonklotzoptik“ befreit, sondern zusätzlich auch durch die vorgesehene teilweise Begrünung der Fassade. Die wird übrigens automatisch bewässert, mit Wasser, das aus einer Regenwasserzisterne kommt.

Beim Inneren hat die Planung wiederum sehr auf die zukünftigen Nutzer geachtet, hier nicht zuletzt auch auf ältere Menschen und solchen mit Einschränkungen. So befindet sich der Aufzug wie auch eine komplett barrierefreie Toilettenanlage im Osten, also der Seite, die dem Bahnhof zugewandt ist. Damit wird mit diesem Aufzug auch ein barrierefreier Zugang zur Fußgängerbrücke über die Tonwerksunterführung geschaffen.

Rings ums Gebäude sollen sich „Balkone“ ziehen

Neu gedacht ist auch die Art und Weise, wie man vom Aufzug zu seinem Auto kommt: Man muss nicht mitten durch das jeweilige Parkdeck gehen, sondern kann „Balkone“ nutzen, die sich rings um das Gebäude ziehen. Der Zugang zum eigenen Fahrzeug ist also völlig unbehindert vom sonstigen Verkehr möglich und wird zusätzlich mit einer freien Aussicht auf die Stadt belohnt.

Die Kosten können bei einem derart innovativen Bau natürlich nicht unerheblich sein – man geht derzeit von gut zehn Millionen Euro aus. Der Stadtrat fand jedoch, dass diesem Betrag ein echter Gegenwert gegenübersteht und gab deshalb grünes Licht für eine konkrete Entwurfsplanung: Bei deren Erstellung wird man natürlich auch noch nach Einsparungsmöglichkeiten suchen, ohne dass damit dem Vorzeigecharakter des Bauwerks Abbruch getan wird.

Sehr modern war auch das Fahrradparkhaus gedacht. Es sollte zweigeschossig ausgeführt werden, das Untergeschoss dabei direkt von der Tonwerksunterführung aus zugänglich und vor allem für eine gesicherte Aufbewahrung von höherwertigen Fahrrädern – etwa solche mit Elektroantrieb – vorgesehen. Eine erste entsprechende Idee rührt schon vom städtebaulichen Wettbewerb für das Bahnhofsareal aus dem Jahr 2018 her.

Bei der konkreten Beplanung stellten sich allerdings einige Pferdefüße heraus: Der Zugang zum Untergeschoss, da waren sich Verwaltung wie Stadtrat einig, könnte nur über eine Zugangskontrolle ermöglicht werden. Andernfalls würde man sich hier einen Bereich schaffen, der zu allen möglichen unerwünschten Aktivitäten eingeladen hätte. Entsprechende Einrichtungen sowie deren Überwachung hätten aber laufende Betriebskosten verursacht, die auch über die Miete für die dortigen abschließbaren „Fahrradfächer“ hätten kompensiert werden müssen.

Angst vor Leerstand im Untergeschoss

Die Befürchtung von Stadträten und Verwaltung war nun, dass die gut 40 im Untergeschoss möglichen Stellplätze unter diesen Voraussetzungen nicht ausgelastet sein könnten. Für einen möglichen Leerstand, da waren sich Verwaltung wie Stadtrat einig, sind Baukosten von gut 16.000 Euro für den einzelnen Stellplatz im Untergeschoss aber nicht zu vertreten.

Man entschied sich deshalb für eine Alternativlösung, eingeschossig und auf Bahnhofsniveau. Die Baukosten für diese Variante belaufen sich auf gut 1,2 Millionen Euro anstatt auf knappe zwei Millionen Euro bei der zweigeschossigen Lösung. Die jetzt gewählte Variante ist also etwa 700.000 Euro günstiger, bietet aber immer noch Platz für 231 Fahrräder. Mit dem Beginn der entsprechenden Baumaßnahme kann bereits für das kommende Frühjahr gerechnet werden, während ein Baustart für das Autoparkdeck im Jahr 2026 realistisch wäre.

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