Aus dem Gemeinderat

Kiefersfelden: Freizeitbad Innsola soll weiter finanziert werden

Das Freizeitbad Innsola wird trotz sinkender Besucherzahlen weiterhin finanziert.
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Das Freizeitbad Innsola wird trotz sinkender Besucherzahlen weiterhin finanziert.

Auf breite Ablehnung stieß in der jüngsten Sitzung der Vorschlag der Grünen, „eine Haushaltssperre für das Jahr 2021 für alle Investitionen in das Innsola“ zu erlassen. Damit sollten alle geplanten oder bereits angelaufenen Modernisierungs- und Erhaltungsarbeiten am Bad gestoppt oder eliminiert werden.

Kiefersfelden–Albert Weingart, von den Grünen, führte dazu seine und die seines Parteifreundes Florian Haidacher diesbezüglich angestellten Überlegungen genauer aus. „Rund 85 000 Euro könnten so eingespart werden, für anvisierte Planungen zur Attraktivitätssteigerung des Bades und weitere Investitionsmaßnahmen“, so Initiator Weingart.

Besucherzahlen 2019 gesunken

Dazu verwies er auf die jährlichen Betreibungskosten des Bades mit hochgerechneten 800 000 Euro, bei nahezu Null-Einnahmen wegen Corona. Auch die sinkenden Besucherzahlen führte er argumentativ ins Feld, denn „im Jahr 2015 besuchten noch 96 000 Gäste das Innsola, 2019 waren es nur noch 92 000“. Und so stellte er an seine Ratskollegen wohl eher suggestiv die Frage: „Wo ist der Sinn der Investitionen, wenn immer weniger Besucher kommen? Daher fordern wir einen Stopp der diesjährigen Investitionen“.

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Immer wieder sind Investitionen notwendig, wie hier in die neuen Umkleideräume.

Damit löste er aber fast schon einen „Shitstorm“ aus, denn negativer konnten die Meinungen der Ratskollegen zu der angedachten „Haushaltssperre“ unisono kaum sein. Bürgermeister Hajo Gruber (UW) sieht „sehr wohl den Sinn in den ständigen Investitionsmaßnahmen, denn ein Stopp könnte das Bad in relativ kurzer Zeit ruinieren“, wobei er auf mehrere Beispiele in der Region verwies.

Ein Stück Lebensqualität

Gruber weiter, „wir haben uns schon oft im Gemeinderat die Frage der ständigen Investitionen in das Innsola gestellt. Aber die sind zweifelsfrei nötig, um das Bad auf dem neusten technischen und hygienischen Stand zu halten und wir müssen permanent dahinter stehen und nicht auf Verschleiß fahren“.

Und weiter geht nicht nur für ihn „hier auch um ein Stück Lebensqualität für unser Dorf und natürlich auch unsere Nachbarn und Gäste“. Babyschwimmen, Eltern- und Kind-Schwimmen, Schulschwimmunterricht und Trainingsbasis für Vereine und Wasserwacht gehören ebenso dazu wie einfach nur mal entspannen in einer angenehmen und qualitativ hochwertigen Freizeiteinrichtung.

Attraktivität muss gesteigert werden

Sepp Goldmann (UW), dritter Bürgermeister, sah es ähnlich, „wir müssen jetzt investieren und damit weiter die Attraktivität des Freizeitbades steigern“. Für Stefan Schroller (CSU) ist es „der falsche Platz um zu Sparen. Gerade jetzt ist die beste Zeit, das Geld in die Hand zu nehmen und die so wichtigen Maßnahmen durchzuführen. Denn wenn wir jetzt nicht investieren, können wir langfristig das Bad zuschließen“.

So standen bei der Abstimmung letztlich die beiden Initiatoren allein da, alle übrigen Ratsmitglieder lehnten den Antrag ab.

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