Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Festabend für 25 Jahre Wiedergründung

„Keine Zukunft“ für historische Vereine? Wasserburgs Schiffleut-Bruderschaft hat dennoch große Ziele

Sebastian Weger, Vorsitzender der St. Nikolai-Schiffleut-Bruderschaft, (rechts Bild) begrüßte die Gäste zur Feier. Das linke Bild zeigt Emmeram Spötzl im feinen Ausgehgewand. Er ist mit 86 Jahren der älteste der Schiffsleute.
+
Sebastian Weger, Vorsitzender der St. Nikolai-Schiffleut-Bruderschaft, (rechts Bild) begrüßte die Gäste zur Feier. Das linke Bild zeigt Emmeram Spötzl im feinen Ausgehgewand. Er ist mit 86 Jahren der älteste der Schiffsleute.

Die St. Nikolai-Schiffleut-Bruderschaft feierte 25 Jahre Wiedergründung. Bei einem Festabend erinnerte der Verein an die ereignisreiche Tradition. Wieso Vorsitzender Sebastian Weger dem Verein eine düstere Zukunft vorhersagt und wie eine Fähre Hoffnung bringen kann.

Wasserburg am Inn – Fester Bestandteil der Geschichte der Stadt Wasserburg ist die Innschifffahrt. Die St. Nikolai-Schiffleut-Bruderschaft pflegt diesen Zusammenhang sorgsam – und das schon seit vielen Jahren. Bei einem Festabend aus Anlass der Wiedergründung vor 25 Jahren präsentierte der Verein eine lebendig gestaltete Rückschau auf eine lange, ereignisreiche Tradition.

Im feinen Ausgehgewand steigt Emmeram Spötzl, mit 86 Jahren der Älteste der Schiffsleute, in die auf dem Podium platzierte Zille.

Über 100 Besucher im Pfarrsaal

Mehr als 100 Besucher hatten sich im Pfarrsaal St. Jakob eingefunden, wo die Erinnerung eindrucksvoll auflebte. Eine Zille im Original – so heißt der für diese Region typische, ganz einfach konstruierte Bootstyp mit flachem Boden – schmückte das Podium, ein Trio aus Nussdorf ließ volkstümliche Musik erklingen und viele Vereinsmitglieder zeigten sich in ihrer edlen Tracht. Ein schöner Anblick. Dazu passend zwei packende, lehrreiche Vorträge und ein am Inn gedrehter Film aus dem Jahr 2009. Das Publikum staunte über die Szenen mit historischen Schiffszügen, traditionellen Wasserfahrzeugen, schnaufenden Rössern und wackeren Männern.

Sebastian Weger, Vorsitzender der Bruderschaft, ließ in seiner Rede die Aktivitäten der Inn-Schiffleute anhand einer Reihe von Anekdoten Revue passieren. Deren Existenz sei schon 1484 urkundlich erwähnt worden, eine Organisation, die sich der Wohltätigkeit und kommunalen sowie kirchlichen Aufgaben verschrieben habe. Einst habe sie eine neue Orgel für St. Jakob angeschafft, weil die alte „mehr dem Verdruss als der Andacht“ gedient habe. Zu Ende ging es mit der Innschifffahrt, weil sich die Eisenbahn im 19. Jahrhundert als Transportmittel durchsetzte, erklärte Weger.

Festansprache des Vorsitzenden Sebastian Weger im Pfarrsaal von St. Jakob: Vor 25 Jahren wurde die St.- Nikolai-Schiffleut-Bruderschaft wiedergegründet.

Doch als kulturelles Erbe lebt sie weiter: „Im Jahr 2000 fand in Wasserburg das sensationelle Bürgerspiel statt, und jeder, der damals dabei war, hat noch die tollen Bilder im Kopf“, so Weger. Die damals als Interessengemeinschaft wiedergegründete Bruderschaft sei heute ein wichtiger Bestandteil des Wasserburger Vereinslebens. Am Rande der Veranstaltung bedauerte Weger freilich auch, dass sich immer weniger Leute für Geschichte interessieren würden. „Historische Vereine haben, wenn es so weitergeht, aus meiner Sicht leider keine Zukunft.“ Weger kann sich aber vorstellen, für seinen Verein ein neues, sinnstiftendes Betätigungsfeld zu schaffen: Es sollte wieder eine Fähre zum Blaufeld fahren. Das sei keine Utopie, so Wegers Überzeugung.

Historie retten

Werner Gartner, zweiter Bürgermeister der Stadt Wasserburg, würdigte in seinem Grußwort die Verdienste des Vereins. Es gehe der Bruderschaft darum, die althergebrachte Historie zu retten, zu bewahren und wiederherzustellen sowie das Totengedenken fortzuführen. Gartner erinnerte unter anderem auch daran, dass viele Schiffleute bei der harten und gefährlichen Arbeit auf dem Inn ums Leben kamen.

Kommentare