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Unkraut und Stolperfallen

„Ich ärgere mich“: Zustände auf dem Friedhof von Bernau trotz Zusage kaum verbessert

An den Zuständen auf Bernaus Friedhof hat sich seit letztem Jahr wenig verbessert.
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An den Zuständen auf Bernaus Friedhof hat sich seit letztem Jahr wenig verbessert.

Gut ein Jahr ist es her, dass auf der Bürgerversammlung in Hittenkirchen das Thema Friedhof zur Sprache kam. Es ging um die Tatsache, dass die Kieswege – speziell im nördlichen Teil – teilweise von Unkraut überwuchert sind und es dort generell ungepflegt wirken würde. Doch viel scheint sich seitdem nicht getan zu haben.

Bernau – Es mehren sich die Stimmen, dass von der „Stück-für-Stück-Verbesserung“ des Friedhofs in Bernau, die letztes Jahr durch Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber (CSU) zugesagt wurde, nur wenig zu spüren sei.

„Bin sehr verärgert“

„Ich ärgere mich über die Zustände auf dem Friedhof“, berichtet zum Beispiel eine Leserin der OVB-Heimatzeitungen, die ihren Worten nach bei der vorjährigen Bürgerversammlung anwesend war. Die in Rosenheim wohnende Frau (Name ist der Redaktion bekannt) ist demnach regelmäßig auf dem Bernauer Friedhof, da hier drei ihrer Angehörigen bestattet sind.

„Beim Kassieren der Grabnutzungsgebühren ist die Gemeinde schnell, aber bei der Pflege des Friedhofs lässt sie sich Zeit. Anscheinend liegt ihr nichts daran“, bringt die Rosenheimerin ihren Unmut auf den Punkt.

Mulden als Stolperfalle

Sie bemängelt vor allem den schlechten Zustand der Kieswege und damit verbundene Folgeschäden. „Wenn der Kies nicht gründlich aufgeschüttet wird, senken sich bald noch mehr Gräber ab.“ Die so entstehenden Mulden könnten bei vorhandener Schneedecke auch potenziell gefährlich für Besucher des Friedhofs sein.

Missstände wurden bereits letztes Jahr zur Sprache gebracht

Auch Rainer Wicha (77), der 30 Jahre lang für die CSU im Gemeinderat Bernau saß und 40 Jahre lang den Pfarrgemeinderats-Vorsitz inne hatte, ist der Auffassung, „im unteren Teil muss unbedingt was gemacht werden“. Wicha hatte bereits 2021 in der Bürgerversammlung in Hittenkirchen auf die Missstände am Bernauer Friedhof hingewiesen. Dort brachte er zur Sprache, dass man es den Verstorbenen schuldig sei, den Friedhof in einem gepflegten Zustand zu halten. Zudem wäre dieser auch ein Stück Kulturgut.

Keine Lösung, aber ein Vorschlag

Wicha kennt aber auch die Schwierigkeiten, welche die Unkrautbekämpfung mit sich bringt. „Mit Gift dürfen sie ja nicht mehr arbeiten, und die Behandlung mit heißem Wasser hat nichts gebracht.“ Wie man dieses Problem lösen kann, weiß auch er nicht. Vielleicht müsse man erst den ganzen Kies komplett entfernen und „das alles dann neu aufsetzen“, so Wicha.

Dennoch: „In anderen Gemeinden, Marquartstein etwa oder Aschau, haut es ja auch hin. Da sind die Flächen frei.“ Es sei schade, dass „es bei uns“ nicht klappt. Zum Schluss regt Rainer Wicha noch an: „Kann man nicht bei anderen Friedhöfen Informationen einholen, wie sie dem Unkraut Herr wurden?“

Bernaus Bürgermeisterin weiß um die Problematik

Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber ist bewusst, dass das Thema Friedhof „heikel“ ist. „Wir wissen, dass dort verschiedene Aufgaben vor uns liegen. Das beginnt bei baulichen Themen, wie zum Beispiel der Herstellung von Barrierefreiheit auf dem Friedhof oder der Haupttreppe, die saniert werden muss“, sagt sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Auch das Unkrautthema müsse gelöst werden. „An den vielen aufgelassenen Gräbern wächst viel Gras und Unkraut. Und da wir ja auch aus Umweltgründen keinen Unkrautvernichter mehr einsetzen, wie das früher der Fall war, ist der Kampf dagegen leider wirklich schwer“, erklärt die Rathauschefin.

Bisher keine gute Lösung gefunden

Mit der Verwaltung sei man jedoch im Gespräch, wie man das Problem zielführend angehen könne. „Wir diskutieren Lösungen vom Bodenaustausch bis hin zu einer kompletten Neugestaltung einzelner Friedhofsteile, sind allerdings bis jetzt noch nicht zu einer Lösung gekommen, die uns allen zugesagt hat.“

Als Beispiel dafür führt Biebl-Daiber an: „Wenn wir den Kies abtragen und durch Schotterrasen ersetzen, wäre das natürlich wesentlich besser hinsichtlich der Barrierefreiheit, und auch diverse Mulden würden so nicht mehr entstehen. Aber dann muss der Rasen auch gemäht werden, was natürlich sehr hohen Arbeitsaufwand erfordert.“ Und dann wären auch Beschwerden zu erwarten, da es natürlich vorkommen könne, dass Grasreste auch einmal auf Gräbern liegen bleiben.

Mehr Zeit benötigt für nachhaltige Lösung

Wie immer habe alles seine Vor- und Nachteile. „Aber wie bereits betont: Die Probleme sind uns bekannt und wir arbeiten daran. Aber wir wollen auch eine gute und lang anhaltende Lösung finden. Das erfordert einfach Zeit.“

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