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Nach Schließungsplänen der Schön-Klinik Vogtareuth

Herzchirurgie schließt, doch der Landrat beruhigt: Bei akuten Herzproblemen hilft der Romed-Klinikverbund

Die RoMed Klinik (links), Landrat Otto Lederer (rechts)
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Die Herzchirurgie an der Schön Klinik in Vogtareuth schließ, RoMed (links) bleibt: Landrat Otto Lederer (rechts) versichert, dass der RoMed Klinikverbund „die Behandlung aller Patienten mit akuten und lebensbedrohlichen Herzproblemen rund um die Uhr durch die kardiologische Fachabteilung sichergestellt“.

Es geht auch ohne die Herzchirurgie der Schön Klinik in Vogtareuth weiter: „Die RoMed Kliniken stellen die Notfallversorgung bei akuten Herzerkrankungen sicher.“ Das betont Landrat Otto Lederer jetzt in einer Presserklärung. Der Klinikverbund gewährleiste jederzeit eine verlässliche medizinische Versorgung.

Rosenheim – Es ist kaum zwei Monate her, dass die Mitarbeiter der Schön Klinik Vogtareuth vor einem Versorgungs-Infarkt warnten. Mit ihrer Online-Petition suchten sie nach öffentlicher Unterstützung für den Erhalt der Schön Klinik Vogtareuth als Fachzentrum für Herzchirurgie in Südbayern. Mehr als 5000 Menschen haben das Anliegen unterstützt. Landrat Otto Lederer hielt sich damals aus einer öffentlichen Diskussion heraus. Auf OVB-Anfrage verlautete am 7. August aus der Pressestelle des Landratsamtes: „Wir bitten um Verständnis, dass sich Landrat Otto Lederer als Mitglied des Aufsichtsrates von RoMed nicht zu Fragen zur Schön Klinik in Vogtareuth äußern wird.“

Behandlung von Herzpatienten ist gesichert

Nachdem die Schön Klinik am Dienstag (23. September) bekanntgegeben hat, dass neben anderen Fachabteilungen auch das Zentrum für Gefäß- und Herzchirurgie in Vogtareuth zum Jahresende geschlossen wird, meldete sich der Landrat am Freitag (26. September) nun doch zu Wort: „Zuallererst kann ich die Bürger in der Region beruhigen: Die Behandlung aller Patienten mit akuten und lebensbedrohlichen Herzproblemen, wie einem Herzinfarkt, wird wie bisher auch vom RoMed Klinikverbund rund um die Uhr durch die kardiologische Fachabteilung sichergestellt.

Der RoMed-Verbund stellt sich vor

Der Verbund sei an den vier Standorten in Bad Aibling, Rosenheim, Prien und Wasserburg mit leistungsfähigen zentralen Notaufnahmen vertreten. „Die Kardiologie am RoMed Klinikum Rosenheim gehört zu den größten spezialisierten Fachabteilungen in Oberbayern mit jährlich rund 3.800 stationären und 2.500 ambulanten Patienten“, betont Landrat Otto Lederer.

Die integrierte Leitstelle koordiniere die Notarzteinsätze. Die Rettungswagen steuern die nächstgelegene und geeignete Klinik an. Vor allem das RoMed Klinikum Rosenheim sei mit drei Herzkathetermessplätzen rund um die Uhr einsatzbereit und versorge als Zielkrankenhaus seit Jahren akute Herzinfarkte im Rahmen des Infarktnetzwerks Rosenheimer Land, heißt es in der Pressemitteilung. Demnach werden im Jahr in Rosenheim über 1.700 interventionelle Eingriffe notfallmäßig beziehungsweise geplant durchgeführt.

Herzchirurgische Noteingriffe sind selten

Herzchirurgische Noteingriffe“, so heißt es in der Presseerklärung der RoMed Kliniken, „für die eine umgehende Verlegung in eine Spezialklinik erforderlich ist, treten in der Region in einer Größenordnung von fünf bis zehn Fällen im Jahr auf – inklusive akuter Einrisse der herznahen Aorta“. Für diese Fälle stünden in München mehrere Kliniken zur Verfügung, „die ein hohes, teils universitäres Leistungsniveau aufweisen“.

Gerade in diesem Kontext hatte die Herzchirurgie der Schön Klinik Vogtareuth seit 19 Jahren einen einen exzellenten Ruf. Im deutschlandweiten Gesundheits-Ranking wurde die Klinik als eine der führenden Herz-Kliniken bewertet. Hier wurden alle herzchirurgischen Eingriffe bei erwachsenen Patienten – mit Ausnahme von Herztransplantationen – durchgeführt. Schwerpunkte waren die Bypass- und Herzklappenchirurgie sowie eine Herzklappen-erhaltende Chirurgie.

Große Zentren sind überlastet

Pro Jahr fanden am Fachzentrum für Herzchirurgie in Vogtareuth 270 Operationen statt, die nun in anderen Kliniken erfolgen müssen. Doch haben die großen Herzzentren überhaupt freie Kapazitäten? Immer wieder wurden lebensrettende Operationen aus den Zentren auch nach Vogtareuth verlagert. Erst im August überlebte ein Patient nur, weil er in Vogtareuth operiert werden konnte. Er brauchte eine dringende Bypass-Operation, alle herzchirurgischen Kliniken im näheren Umfeld seiner Aufnahme-Klinik in Kaufbeuren – also Ulm, Augsburg und München – hatten aber keine Kapazitäten frei.

Mehr katheterbasierte Verfahren

Bei einem Herznotfall zählt jede Minute. Mit circa 342.000 Todesfällen im Jahr sind Herzkrankheiten die häufigste Todesursache in Deutschland. Vor allem bei herzchirurgischen Notfällen wie einem akuten Herzinfarkt ist eine schnelle und gut erreichbare Versorgung in einer Fachklinik besonders wichtig. Dazu erklärt der RoMed Klinikverbund in seiner Pressemitteilung: „Die geplante Versorgung von Herzklappenerkrankungen oder der Hauptschlagader wird aufgrund des medizinischen Fortschritts seit Jahren zunehmend von Kardiologen und Gefäßchirurgen durch interventionelle, katheterbasierte Verfahren wie Stentimplantationen oder Herzklappenersatzverfahren durchgeführt.“ Diese Behandlungsmethoden seien für Patienten schonender und wirkten sich positiv auf den Genesungsprozess aus. Durch diese Verfahren und bessere Vorsorge reduziere sich die Notwendigkeit von herzchirurgischen Eingriffen seit Jahren.

Aus kollegialer Sicht ein bedauerlicher Verlust

Das Aus der Herzchirurgie und weiterer Fachbereiche in Vogtareuth sowie die damit verbundenen Arbeitsplatzverluste sind besonders aus kollegialer Sicht bedauerlich, da wir seit vielen Jahren eine nachbarschaftlich gute und kooperative Zusammenarbeit der Kliniken untereinander pflegen, die auch künftig fortgeführt wird“, sagt Dr. Ulrich Schulze, Geschäftsführer der RoMed Kliniken. Die Bildung von medizinischen Schwerpunkten und die Konzentration von Leistungsangeboten seien aus Sicht der Versorgungsqualität und der Organisation eines leistungsfähigen und langfristig tragfähigen Gesundheitswesens grundsätzlich sinnvoll und erforderlich.

Beschäftigten „stehen viele Türen offen“

Die Gedanken von Landrat Otto Lederer sind auch bei den Beschäftigten der Schön Klinik Vogtareuth: „Der Schritt des Unternehmens ist auch ein Einschnitt für die Belegschaft. Dennoch bin ich sicher, dass unsere Region medizinisches Fachpersonal in unterschiedlichen Bereichen dringend braucht. Hier gibt es viele Türen, die offenstehen.“

Den kommunalen RoMed Kliniken in Bad Aibling, Prien, Rosenheim und Wasserburg versichert er, „dass die Stadt und der Landkreis Rosenheim fest an ihrer Seite stehen“. Der Auftrag sei klar: „Der Klinikverbund gewährleistet mit seinen pflegerischen, ärztlichen und therapeutischen Teams jederzeit eine verlässliche medizinische Versorgung.“

Pressemitteilung RoMed/ka

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