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Wiesn-Streiflichter

Herbstfest Rosenheim: Die einen feiern, die anderen werfen Biermarkerl zum Autofenster raus

Strahlende Miss Herbstfest Eva Maria Bachmaier mit Geburtstagstorte. Rechts: Miss Herbstfest Eva Maria Bachmaier dirigiert mit Hubert Aiwanger. Und: Ein Falschparker direkt neben der Wiesn.
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Strahlende Miss Herbstfest Eva Maria Bachmaier mit Geburtstagstorte. Rechts: Miss Herbstfest Eva Maria Bachmaier dirigiert mit Hubert Aiwanger. Und: Ein Falschparker direkt neben der Wiesn.

Die Miss Herbstfest feiert ihren 21. mit Hubert Aiwanger im Auer – sicher der Geburtstag schlechthin auf der Rosenheimer Wiesn. Ansonsten: Die Parkmoral war schon besser, das Wetter viel schlechter. Und der Landrat kann eine Biermarkerl-Strafe gerade noch abwenden. Die neuen Wiesn-Streiflichter.

Geburtstag feiern auf der Wiesn: Was gibt es Schöneres!

Hubert Aiwanger und Miss Herbstfest Eva Maria Bachmaier.

Rein statistisch gehört jeder 23. Herbstfest-Besucher zu den Glücklichen, die ihren Geburtstag auf der Wiesn feiern dürfen. Heuer sicherlich das Geburtstagskind schlechthin: Miss Herbstfest Eva Maria Bachmaier – am 1. September 21 Jahre geworden. Zur Feier des Tages dirigierte sie mit FW-Chef Hubert Aiwanger, Stellvertretender Ministerpräsident und Bayerns Wirtschaftsminister, auf der Bühne in der Auerbräu-Festhalle die Karolinenfelder – und in der Box durfte sie sich dann noch über eine Torte freuen, die farblich vortrefflich zur rosaroten Wiesnwelt passte.

Drei Geburtstagskinder: Miss Herbstfest mit Helena und Hugo.

Aber die Eva Maria aus Aschau ist heuer nicht das einzige Wiesnkindl. Helena (8), Tochter von Wiesnmanager Klaus Hertreiter (Wirtschaftlicher Verband), und Hugo Bruch (10) von der Kinderschleife „World of Fantasy“ sind ebenfalls am 1. September zur Welt gekommen – und bekamen die entsprechenden Herzerl. 2017 dürfte Helena mit dem zarten „Alter“ von nur drei Tagen sogar die jüngste Wiesn-Besucherin aller Zeiten gewesen sein.

Das muss in Guinnesbuch der Rekorde

Dirigierte mit dem Papa im Flötzinger: Elfriede Ringsgwandl.

Das müsste eigentlich ins Guinnessbuch der Rekorde, findet der Wiesnigel Ignaz – ebenso wie Elfriede Ringsgwandl mit ihrem „Himmegugga“-Dauerbrenner in Riedering. Die Theaterschauspielerin und Autorin feierte am 31. August ihren 64. im Flötzinger-Festzelt – und dirigierte zusammen mit ihrem Papa Sepp Daxlberger (vor kurzem 90 geworden) die Dreder Musi. Geschrieben hat Ringsgwandl den „Himmegugga“ 2002, Premiere war 2006, die 1000. Aufführung 2016 – und im Frühjahr 2025 gab es schon die 1543. Vorstellung im Theaterzelt Riedering. Da „zwickte“ sich der Wiesnigel Ignaz zur Feier des Tages mal ausnahmsweise keine Mass, sondern ein 1543er-Weißbier. Fotos Schlecker, Stuffer, WV

Münchner Luggi am Haken: 2025 wird deutlich mehr abgeschleppt

Dass die Rosenheimer Straßenverkehrsordnung auch für Münchner Luggis gilt, hat der Fahrer dieses BMW spätestens bemerkt, als sein Auto, geparkt direkt vor der Flötzingergasse, weg war. Um die Parkmoral scheint es 2025 schlecht bestellt zu sein. Jedenfalls nimmt die Zahl der abgeschleppten Fahrzeuge stark zu. Das verriet Einsatzleiter Robert Maurer von der Polizei-Wiesnwache am Dienstag dem Redaktionigel Ignaz. Schon 34 Autos sind an den Haken gekommen. Zum Vergleich: 2024 waren es zum gleichen Zeitpunkt nur acht.

Abgeschleppt direkt an der Wiesn: Das kostet über 400 Euro.

Warum die Polizei speziell zum Herbstfest beim Falschparken kein Pardon kennt, müsste auch Fahrern mit dem vielbesungenen Wackelkontakt einleuchten. Weil Rettungswagen und Feuerwehr sonst im Ernstfall nicht durchkommen. Und weil die Wiesn auch für Menschen mit Behinderung da ist. Fürs Abschleppen sind übrigens über 400 Euro fällig – rund 300 Euro Gebühr für die Firma plus 115 Euro Strafe und Verwaltungskosten. Am Abend oder am Wochenende kann der Spaß durch Zuschlägen noch teurer kommen. „Das ist ja ungefähr so, als würde man über 30 Biermarkerl einfach so zum Autofenster hinaus werfen“, macht der Wiesnigel eine schauderhafte Rechnung auf.

Thomas Frank sagt Servus, Josef Kronast kommt

Abschied nach 34 Jahren: Thomas Frank, hier beim Einzug 2010 mit Ehefrau Marliese.

Wie schnell doch die Zeit vergeht! 34 Jahre lang ist Thomas Frank als Braumeister und Technischer Auerbräu-Geschäftsführer einer der bekanntesten und wichtigsten Männer auf der Wiesn gewesen – hier zu sehen mit Ehefrau Marliese in der Brauereikutsche beim Einzug 2010. Nun hat Frank den Zapfhahn zum 1. September 2025 an Josef Kronast weitergegeben. Seit 1991 prägte Frank das Unternehmen. Seine Schwerpunkte: Qualität und Nachhaltigkeit.

Thomas Frank geht, Josef Kronast übernimmt.

Zuletzt wurde die neue Membranfilteranlage in Betrieb genommen, die ohne den Verbrauch von Filterhilfsmitteln arbeitet. Die Qualität der filtrierten Biere hat sich dadurch laut Auerbräu erneut verbessert. Nun ist Josef Kronast, offizieller „Braumeister des Jahres 2024“, am Zug. Er kommt von der Schlossbrauerei Maxlrain und wird als Braumeister und Betriebsleiter künftig für die technische Leitung der Brauerei in Rosenheim verantwortlich sein.

Was hat denn der Landrat da im Tascherl?

Wirkt ganz unverdächtig: Landrat Otto Lederer bei der Eröffnung.

Dem Wiesnigel Ignaz entgeht auf dem Herbstfest gar nichts. Hat er den Rosenheimer Landrat Otto Lederer hier etwa verbotswidrig mit einem Hirschfänger im Seitentascherl ertappt? Auch wenn für viele Trachtler das Jagdmesser zur Lederhosn gehört wie das Riesenrad zum Herbstfest – in modernen Zeiten ist es auf der Wiesn aber halt verboten. Das vom Wiesnigel angedrohte Buß- und Schweigegeld in Höhe von mindestens zehn Bier- und Hendlmarkerln konnte der Landrat allerdings mit einem zügigen Griff ins rechte Lederhosen-Tascherl schnell abwenden. Zum Vorschein kam ein harmloser Flaschenöffner.

Aber was steckt denn da im Lederhosen-Tascherl?

Fahrspaß bei trockenem Wiesnwetter – das hat es 1995 kein einziges Mal gegeben

Mit 13 bis 18 Grad etwas kühler als beim sonnigen Auftakt – aber immer noch bestes Wiesnwetter: Das galt weitgehend auch für den Dienstag, den vierten Tag auf dem Rosenheimer Herbstfest. So schauten die Fahrgäste im „Flip Fly“ und im „Fliegenden Teppich“ zwar in einen meist wolkenverhangenen Himmel, aber bis zum Abend blieb es trocken. So kann es weiter gehen.

Grauer Himmel ohne Regen über dem „Fliegenden Teppich“: Davon hätten die Leute 1995 auf der Wiesn geträumt.

Dass gutes Herbstfestwetter aber keine Selbstverständlichkeit ist, das zeigt ein Blick ins Archiv. Wetterkapriolen hat es auch schon gegeben, als der Begriff „Klimawandel“ noch in keiner Tagesschau auftauchte. Am schlimmsten erwischte es die Wiesn vor genau 30 Jahren. Dauerregen und Kälte trübten das Herbstfest von vorne bis hinten. „Eine Wahnsinns-Katastrophe. So etwas haben wir in 25 Jahren noch nicht erlebt. Die Rosenheimer sind zwar weniger wasserscheu als die Menschen in anderen Städten, doch das hier ist auch denen zu viel“, jammerte ein Schausteller. Die Schlagzeilen fielen entsprechend aus: „Wiesn 1995: So kalt war es noch nie“, titelten die OVB-Heimatzeitungen. Und weiter: „Katastrophe für Fahrgeschäfte“, „Lausiges Wetter verdirbt Lust auf Wiesnbesuch“, „Mit Schirm und Gummistiefeln auf die Wiesn“, „Wer will bei der Kälte schon Eis essen?“ oder „Mandeln schmecken trotzdem“. Anfang September 1995 war es so kalt, dass auf der Klausen im Schneetreiben zwei wertvolle Haflingerhengste von der Sommerweide in den Tod stürzten. Da haben wir es 2025 viel besser erwischt. Oiso, auf geht‘s zur Wiesn!

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