„2 qm pro Person machen aggressiv“
Demonstration bei Ludwig-Erhard-Gipfel 2025: Ruf nach einer Migrationswende in Rott
Die geplante Flüchtlingsunterkunft für Rott am Inn ist sehr umstritten, die Bürger demonstrieren. Rott werde mit einer Sammelunterkunft dieser Größe überfordert, außerdem seien die geplanten Lebensbedingungen inhuman.
Pressebericht der Bürgerinitiative ROTT ROTTIERT im Wortlaut:
Rott am Inn – Am Mittwoch (7. Mai) folgten zahlreiche Menschen, trotz ungemütlicher Wetterbedingungen, dem Aufruf der Bürgerinitiative ROTT ROTTIERT nach Gmund/Tegernsee, um gemeinsam für eine humanitäre und faire Asylpolitik zu demonstrieren. Zusammen stellten sie ein beeindruckendes Zeugnis für die breite Unterstützung für dieses Anliegen in der Bevölkerung dar. Unter dem Motto „Migrationswende in Rott - JETZT! - Rott am Inn ist mit einer Sammelunterkunft für mehrere hundert Personen überfordert!“ sammelten sich die Demonstranten vor den Toren des Gut Kaltenbrunn, dem Veranstaltungsort des Ludwig-Erhard-Gipfels.
Gemeinsam setzten sie ein starkes Zeichen bei den dort versammelten Landes- und Bundespolitikern gegen die in Rott am Inn geplante Erstaufnahmeeinrichtung des Landratsamts Rosenheim und die damit drohende Überforderung der Gemeinde. Auf zahlreichen Transparenten und Schildern erinnerte die Bürgerinitiative ROTT ROTTIERT die versammelten Mandatsträger aus Landes- und Bundespolitik an ihre Verpflichtung, Asylpolitik menschenwürdig, gerecht und ohne Überforderung von bestehenden Strukturen im ländlichen Raum zu gestalten.
Die Demonstration richtete sich explizit nicht gegen die Menschen, die in der Einrichtung untergebracht werden sollen. Vielmehr sollte sie erneut die Sorgen und Bedenken der Anwohner und Bürger von Rott bezüglich der geplanten Anzahl an Flüchtlingen und die Auswirkungen auf die Gemeinde aufmerksam machen.
Die geplante Einrichtung soll Platz für mehrere hundert Personen bieten und befindet sich in einem Gewerbegebiet der Gemeinde Rott am Inn, mit 2.200 Einwohnern im Ortskern (mit angrenzenden Ortschaften umfasst die Gemeinde 4.200 Einwohner). Die Bürgerinitiative erachtet die Unterbringung von mehreren hundert Menschen auf engstem Raum in einer ehemaligen Produktionshalle als menschenunwürdig. „11qm für 6 Personen ist inhuman“ und „2 qm pro Person machen aggressiv“ ist auf den Plakaten zu lesen. Ein dringender Appell, das Konfliktpotential in Großunterkünften durch gewollten Platzmangel in den Unterkünften nicht noch zu fördern.
Darüber hinaus wies die Bürgerinitiative wiederholt auf die unzureichende Wasser- und Abwassersituation hin, die durch mehrere hundert Flüchtlinge in Rott am Inn zusätzlich entstehen würde. Die bestehenden Systeme für Wasserversorgung und Abwasserentsorgung sind veraltet und nicht in der Lage, den Bedarf der mehreren hundert zusätzlichen Flüchtlinge zu decken.
Eine Wasserversorgung und Abwasserentsorgung mittels LKW-Transporten, wie vom LRA Rosenheim vorgeschlagen, ist aus Sicht der Bürgerinitiative ROTT den BürgerInnen nicht positiv vermittelbar. Die Demonstration verlief friedlich und ohne Zwischenfälle, was die Entschlossenheit und den gewaltfreien Charakter der Bürgerinitiative ROTT ROTTIERT unterstrich. Die Teilnehmer zeigten ihre Überzeugung, dass Veränderungen durch friedlichen Protest und kollektive Mobilisierung erreicht werden können.
Es ist zu hoffen, dass die Botschaft der Demonstration Gehör findet und zu positiven Veränderungen in der Asylpolitik führt, sowohl auf lokaler als auch auf nationaler Ebene. (Pressebericht der Bürgerinitiative ROTT ROTTIERT)