Erste Maßnahmen schon spürbar
Brunnen leer und Lichter aus? So will Bad Aibling Energie sparen
Nichts ist‘s mehr mit Eisessen und Sonnenstrahlen am plätschernden Wasser genießen. Für die Brunnen der Stadt Bad Aibling beginnt die Winterruhe heuer sieben Wochen eher als gewöhnlich. Weitere Energiesparmaßnahmen könnten folgen.
Bad Aibling – Nun werden die ersten Energieeinsparmaßnahmen im Stadtbild bereits sichtbar. Amtsgericht, Rathaus und Stadtverwaltung werden nachts nicht mehr beleuchtet. Und auch die Brunnen in städtischer Hand werden laut Bürgermeister Stephan Schlier heuer zeitiger als sonst vor dem Winter stillgelegt.
Während die Brunnen vor der Therme und dem Gebäude der Stadtwerke sowie der Brunnen am Maximiliansplatz schon nicht mehr sprudeln, werde der städtische Bauhof in dieser Woche die weiteren nach und nach für dieses Jahr abschalten und einwintern. „Sie gehen somit etwa sieben Wochen früher außer Betrieb und es werden entsprechend die Energiekosten eingespart. Dies ist eine einfache, aber laut Bauamt wirksamere Maßnahme als anfangs gedacht“, erklärt Schlier.
Der Marienbrunnen und der Brunnen im Ludwigskreisel sprudelten bei bestem Sommerwetter am Montag noch weiter, sind aber dann als nächstes dran. Über weitere Einsparmaßnahmen werde aktuell intern nachgedacht, wie Bürgermeister Schlier gestern ausrichten ließ. Derzeit sei man dabei, Berechnungen durchzuführen und eine Liste der Einsparmöglichkeiten zu erstellen.
Was ist mit der Weihnachtsbeleuchtung
Ob auf dieser Liste auch die Weihnachtsbeleuchtung in der Innenstadt oder gar des Weihnachtsbaums auf dem Marienplatz steht, ist noch nicht entschieden. In der Nachbarstadt Kolbermoor soll diese Entscheidung vom Stadtrat getroffen werden, so Christian Poitsch vom dortigen Stadtmarketing.
Poitsch ist zugleich Vorstandsmitglied im Wirtschafts-Forum Mangfalltal (WiFo). Dort laufen, wie auch WiFo-Vorsitzender Roland Bräger sagt, in erster Linie die Probleme auf, die die heimischen Unternehmen und das produzierende Gewerbe durch die steigenden Energiepreise ereilen. Wie die Lage im Einzelhandel ist, dem seit dem Tod von Max Regensburger eine wichtige Stimme fehlt, davon erreichten das WiFo aktuell keine Rückmeldungen, so Bräger. „Jeder ist momentan so mit sich selbst beschäftigt, um die Gefahren abzuwehren, die durch die täglichen Kostensteigerungen hereinbrechen. Die Entwicklung geht viel schneller voran als man die Preise anpassen kann. Das ist echt bedrohlich, was sich da auftut“, fasst Bräger die Situation aus Sicht des WiFo zusammen. Von der „großen Politik“ werde viel zu wenig getan.
