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Menschen aus der Region wandern aus

Von Aschau ans Nordmeer: Wie die Liebe Michaela nach Norwegen führte

Michaela und ihr Mann Brage leben in einem kleinen Fischerhaus am Meer.
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Michaela und ihr Mann Brage leben in einem kleinen Fischerhaus am Meer.

Michaela tauschte die bayerischen Berge gegen Fjorde, Elche und frischen Fisch: Der Liebe wegen wanderte sie aus dem Chiemgau ins norwegische Ørland aus. Wie sich ihr Leben dadurch verändert hat – und was sie trotz aller neuen Freiheiten manchmal doch vermisst.

Ørland - Aschau im Chiemgau – ein Ort, eingebettet in die malerischen Alpen, wo die Berge zum Greifen nah und die Seen in der Sonne glitzern. Für viele ist diese Region ein Sehnsuchtsort. Für Michaela war sie lange Zeit Heimat – bis sie vor zwei Jahren ihre Zelte abbrach und nach Ørland zog, eine kleine Gemeinde an der Westküste Norwegens. Der Grund: die Liebe.

„Ich kannte Norwegen schon von einem längeren Aufenthalt vor zwanzig Jahren“, erzählt Michaela. „Bei einem Besuch von Freunden im Norden habe ich dann Brage kennengelernt – meinen heutigen Mann.“ Zunächst führten die beiden eine Fernbeziehung. Jahre lang pendelte Michaela zwischen Chiemgau und Norwegen. Doch als „meine Kinder beide zum Studium in ihre eigenen Wohnungen gezogen sind. Das war für mich dann der Zeitpunkt, Deutschland zu verlassen und zu meinem Mann nach Norwegen zu ziehen.“

Gemeinschaftliches Lebensgefühl

Heute lebt sie mit Brage in einem kleinen Fischerhaus direkt am Meer – in Ørland, Trøndelag, gut 500 Kilometer nördlich von Oslo. Die beiden haben dort ihr Zuhause gefunden. Und Michaela hat sogleich Arbeit in einem Kindergarten und im örtlichen Kulturhaus gefunden. Michaela schwärmt vom Gemeinschaftsgefühl in Norwegen: „Hier wird sehr viel auf freiwilliger Basis gemacht – ohne Bezahlung.“ Das Miteinander werde hier vorgelebt.

Tolle Eindrücke aus Norwegen.

Mehr Einkommen, weniger Gesundheitsversorgung

Und auch wirtschaftlich gebe es Unterschiede: „Der Verdienst ist etwa ein Drittel höher als in Deutschland“, sagt sie. Sozialabgaben werden direkt über die Steuer abgerechnet. Doch nicht alles ist laut Michaela besser im hohen Norden. Besonders das Gesundheitswesen macht ihr zu schaffen: „Es gibt keine Physiotherapie, keine Reha, kaum Zugang zu Spezialisten – und wer zum Zahnarzt muss, zahlt alles selbst.“ Auch alternative Behandlungen wie Osteopathie oder Naturheilkunde seien nur schwer zu finden. „Wartezeiten auf Operationen können sehr lang sein, und die nächste Klinik ist oft viele Kilometer entfernt.“

Dazu komme die eingeschränkte Auswahl an Lebensmitteln – viele internationale Produkte seien schwer zu bekommen. Alkohol sei nur in speziellen Läden erhältlich, und ab 17 Uhr sei Schluss mit dem Verkauf. „Dafür gibt es frischen Fisch, Schalentiere, beste Milch, Rentier, Elch, Pilze, Beeren – alles, was die Natur hergibt“, erzählt die leidenschaftliche Köchin.

Ein gemeinsames Essen mit Freunden und Familie.

Heimat bleibt Heimat

Norwegen sei ein fantastisches Land, vor allem wenn man auf der Suche nach Natur und Ruhe sei. Doch auch wenn Norwegen beeindruckt – ihre Wurzeln im Chiemgau bleiben stark. „Ich vermisse meine Kinder – und meine geliebten Berge“, sagt Michaela mit Wehmut.

Norwegen zählt zwar nicht zu den Top-Auswanderungszielen deutscher Staatsbürger, wie beispielsweise die Schweiz oder Österreich, ist jedoch aufgrund seiner hohen Lebensqualität, der beeindruckenden Natur und der stabilen Wirtschaft für viele Auswanderer attraktiv. Die Gründe für eine Auswanderung nach Norwegen sind vielfältig und reichen von beruflichen Chancen über familiäre Verbindungen bis hin zur Suche nach einem ruhigeren Lebensstil. Laut Daten des Statistischen Bundesamts vom 01. Januar 2023 leben 26 571 Deutsche in Norwegen und es werden jährlich mehr. (mz)

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