Marktgemeinderat Bruckmühl entscheidet sich für Kita mit acht Gruppen
Neue Kita an der Rösnerwiese für 160 Kinder
An der Rösnerwiese soll eine achtgruppige Kindertagesstätte für vier Krippen- und vier Kindergartengruppen und damit mindestens 160 Kinder entstehen. Das hat der Bruckmühler Marktgemeinderat in seiner jüngsten Sitzung mit 14:7 Stimmen beschlossen.
Bruckmühl – War ursprünglich nur eine vier- oder sechsgruppige Einrichtung geplant, ist das „Maximalprogramm“ erforderlich, um den steigenden Betreuungsbedarf decken zu können. „Im Jahr 2024 werden 43 Krippen- und 146 Kindergartenplätze mehr gebraucht, als derzeit vorhanden sind. Das entspricht zehn Gruppen“, umriss Markus Zehetmaier, Sachgebietsleiter Immobilienwirtschaft, die Ausgangslage.
Ziel ist es, den Bedarf ab 2024 zu decken
Zwar gibt es auch Pläne für eine zweigruppige Kita in der „Wolldecke“ und einen viergruppigen Kindergarten nördlich des Sportplatzes in Götting. Doch beide Projekte stecken noch in den Kinderschuhen. Die einzige Chance der Marktgemeinde, dem Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab dem ersten Lebensjahr im Jahr 2024 gerecht zu werden, ist die neue Kindertagesstätte an der Rösnerwiese – allerdings auch nur dann, wenn sie achtgruppig gebaut wird. Den entsprechenden Grundsatzbeschluss musste der Rat jetzt fassen, damit Bauleitplanung und Entwurfsplanung zügig vorangehen können. Ziel ist die Eröffnung der Kita im September 2024.
Grundstück lässt kaum Spielraum
Auch wenn die Faktenlage klar war, machte sich das Gremium die Entscheidung nicht leicht. Der Bruckmühler Architekt Christian Würfel, der erst seit Mitte Dezember mit der Planung betraut ist, hatte das dafür zur Verfügung stehende Grundstück untersucht. Es ist 6900 Quadratmeter groß, befindet sich am äußeren Ende der Rösnerwiese, ist im Norden von der Bahnlinie, im Süden vom Triftbach und im Westen vom Fußweg zur Bahnunterführung begrenzt. Im Osten befinden sich Retentionsflächen für den Triftbach, die im Bebauungsplan als Sickerbecken für das Niederschlagswasser vorgesehen sind.
Der Architekt machte anschaulich klar, dass die im Bebauungsplan für eine „Gemeinschaftseinrichtung“ vorgeschlagene Fläche nicht ausreicht. Er schlug vor, die dort ursprünglich geplante öffentliche Grünfläche in den Bereich des Kindergartens mit einzubeziehen, um überhaupt eine Kindereinrichtung mit den erforderlichen Freiflächen bauen zu können. Nach seiner Darstellung hätte die eingeplante Fläche nicht einmal für eine viergruppige Einrichtung gereicht. Für ein Gebäude für acht Gruppen müssten die Baugrenzen ausgereizt und der B-Plan nachjustiert werden.
Nach ersten Schätzungen entsteht ein etwa 75 Meter langer und 25 Meter breiter Baukörper. Er füge sich aber in die künftige Umgebungsbebauung an der Rösnerwiese ein, die ein- bis viergeschossig vorgesehen sei, betonte der Architekt. Um achtgruppig zu bauen, muss auch die zulässige Wandhöhe von 8,20 auf 8,50 Meter und die Oberkante der Pultdächer von 1,50 auf 3,20 Meter angehoben werden.
Die Zufahrt zur Kita kann durch den perspektivischen Wegfall der Wertstoffsammelstelle und den Rückbau des Trafohäuschens über den Kurvenbereich erfolgen. Nicht ganz einfach, aber machbar sei in Zukunft die Pflege der Uferbereiche des Triftbaches für den gemeindlichen Bauhof, da dafür nur noch ein zwei Meter breiter Streifen übrig bleibe, informierte Konrad Kremser, Bauamtsleiter in der Marktgemeinde Bruckmühl. Das Landratsamt habe die Änderungen des B-Planes in Vorgesprächen als machbar bewertet.
Grünen-Rat Wolfgang Huber hatte Bedenken: „Privatrechtliche Vorhaben bewerten wir kritisch, wenn sie die Baugrenzen maximal ausreizen. Und wir tun hier dasselbe, das ist kein gutes Beispiel.“ Bürgermeister Richard Richter (CSU/PW) hatte Verständnis für den Einwand: „So eine große Einrichtung gibt es im Landkreis noch nirgendwo. Aber wir können nicht einmal mit diesen acht Gruppen den Bedarf ab 2025 vollständig decken“, machte er die Notlage der Gemeinde klar. Es werde aber nicht gelingen, bis 2024 ein anderes Kita-Projekt umzusetzen. Zudem sei diese Kindereinrichtung „ein tolles Projekt für die jungen Familien unserer Gemeinde.“
Viel Verkehr und viel Lärm
Grünen-Rätin Monika Mager empfand das Gebäude als einen „Riesenklotz“ und blickte auf den zu erwartenden Verkehr im künftigen Wohngebiet, der bei sechs Gruppen geringer als bei acht Gruppen sei. In einer kleineren Einrichtung gebe es zudem weniger Lärm für Kinder und Erzieher. Ein Knackpunkt für Kirsten Klein (Grüne) war die Flächenversiegelung. Sie kritisierte zudem die Zentralisierung der Krippenbetreuung in Bruckmühl und das Fehlen von entsprechenden Plätzen in den Ortsteilen.
Klare Position für acht Gruppen bezogen die CSU-Räte. „Gebäude, Außenanlage, Bauleitplanung funktionieren. Der Platz ist knapp, der Bedarf hoch. Nach alternativen kleinen Standorten haben wir vergeblich gesucht“, fasste Juliane Grotz zusammen. Harald Höschler sah es genauso: „Es ist ein Glücksfall, dass wir dieses Grundstück haben. Die Probleme sind lösbar.“
Planungen auf den Weg gebracht
Bauamtsleiter Kremser lobte den Architekten dafür, aus dem Grundstück „das Menschenmögliche“ geholt zu haben. Er definierte die nächsten Schritte: „Wir müssen so schnell wie möglich den Bebauungsplan im vereinfachten Verfahren ändern, um den Bauantrag einreichen zu können.“
Mit 14:7 Stimmen entschied sich der Rat für eine achtgruppige Kindereinrichtung. Die Fraktionen der Grünen und der OLB sprachen sich dagegen aus. Einstimmig (21:0) wurde der Änderung des Bebauungsplanes für das Gebiet „Rösnerwiese“ zugestimmt.
Kochküche wird eingebaut
In der neuen Kita soll täglich frisches Essen für die Kinder zubereitet werden. Das ist nicht nur der Wunsch des Trägers, der Arbeiterwohlfahrt Rosenheim. Es war auch einer der Gründe für den Gemeinderat, sich für diesen Träger zu entscheiden. Damit das möglich wird, bekommt die neue Einrichtung eine modern ausgestattete Kochküche. Diese braucht 150 Quadratmeter Raum und kostet etwa 450 000 Euro mehr als die bislang geplante kleine Küche. Dafür gab der Rat grünes Licht (21:0).
