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Nachfolger schon gefunden

Mit dem „Jeton“ verzockt? Restaurant in Reichenhaller Casino wieder zu - „Haben alles versucht“

Vor einem geschlossenen Restaurant stehen Schirmständer, Stühle und Tische. Ein Mann mit blau-kariertem Hemd und kurzen dunklen Haaren steht an einem See.
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Das „Jeton“ bei der Reichenhaller Spielbank in der Wittelsbacher Straße ist seit Mai geschlossen. Jetzt spricht der Ex-Pächter Norbert Bordas über das Ende.

Das Kapitel „Jeton“ in der Reichenhaller Spielbank war nur ein kurzes: Nach der Eröffnung im Spätherbst 2024 folgte heuer schon im Mai die Schließung. Der Seewirt-Inhaber Norbert Bordas spricht jetzt über die Gründe und warum er froh darüber ist, das Kapitel nach kurzer Zeit schon beendet zu haben - obwohl die Gäste zufrieden waren.

Bad Reichenhall - Der Gastronom, der zum Jahreswechsel den Seewirt am Thumsee übernahm, hatte einige Pläne für das Restaurant in der Wittelsbacher Straße. Direkt im markanten Gebäudekomplex der Reichenhaller Spielbank gelegen, startete er im Oktober 2024 sein zweites Restaurant und stellte mit dem Namen „Jeton“ gleich eine Verbindung zum Casino her. Jetzt, Anfang August 2025, macht er klar: „Ich bin sehr froh, dass das Kapitel endgültig beendet ist.“

Zu Beginn sei die Zusammenarbeit mit der Spielbank gut gewesen, auch wenn er und seine Partner wussten, dass es hier in der Wittelsbacher Straße schwierig wird. „Das liegt an der Lage“, erklärt er. „Die Leute kommen normalerweise nicht hier an den Rand der Innenstadt, sondern biegen zur Fußgängerzone ab.“ Sie versuchten trotzdem, mit einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis die Kunden anzulocken.

„Passte nicht zu den monatlichen Umsätzen“

„Obwohl wir unschlagbare Preise geschaffen haben, war nichts los. Wir haben alles versucht“, sagt Bordas und verweist beispielhaft auf ein Drei-Gänge-Menü für unter 20 Euro. Die Gäste blieben aus - dabei waren diejenigen, die kamen, dem Gastronom zufolge größtenteils zufrieden. Auch an der Bar wurde nicht genügend bestellt, obwohl dies von der Spielbank vor der Übernahme anders kommuniziert wurde.

Norbert Bordas übernahm zum Jahreswechsel 2023/24 den Seewirt am Thumsee.

„Die Umsätze in der Bar waren nicht ausreichend, um mehr als zwei Mitarbeiter zu beschäftigen. Die hätte es aber gebraucht, um die Bar betreiben zu können - es sei denn, wir hätten uns selbst hinter die Theke gestellt“, schildert der Gastronom. Das ging für ihn und seine Partner aber nicht, weshalb sie Beschäftigte einstellen mussten. Im Restaurant sei es noch schwieriger gewesen, weil eine Vollküche angeboten wusste. „Das heißt, man braucht mindestens drei Angestellte für die Küche und mindestens eine Servicekraft. Das passte aber nicht zu den monatlichen Umsätzen.“

Keine Kompromisse erzielt

Schlussendlich machte das Zusammenspiel aus Kosten (Personal, Energie, Pacht und so weiter) und fehlender Kundschaft den Weiterbetrieb nicht rentabel genug. „Wir haben versucht, mit der Direktion der Spielbank Kompromisse zu finden, damit es für beiden Seiten wirtschaftlich tragbar bleibt. Weil auf den Vertrag beharrt wurde, haben wir gekündigt, weil wir sonst pleite gegangen wären“, verdeutlicht Bordas, warum das „Jeton“ keine Zukunft mehr hatte.

Der Vorschlag, das „Jeton“ mit kleinerer Speisekarte als Imbiss weiterzuführen, sei ebenfalls nicht zugelassen worden. Also kam es zur Kündigung des Pachtvertrags, seit Mai ist das Lokal geschlossen.

Das Lokal gegenüber vom Kurgastzentrum liegt direkt am Casino. Ein Nachfolger wurde bereits gefunden, wie die Spielbank mitteilt.

Der Blick geht nach vorne

„Ich hatte viel Stress deswegen und viel Arbeit für nichts. Ich mache meinen Beruf gerne, aber es muss sich auch lohnen. Das war hier leider nicht möglich“, sagt er abschließend.

Während die Spielbank mitteilt, bereits Nachfolger für das geschlossene Lokal gefunden zu haben, geht Bordas Blick auch nach vorne. Seit einigen Monaten hat er das Restaurant im Inzeller Bergmayr-Hotel komplett übernommen und kümmert sich dort zusammen mit Budavari Bela um die Gastronomie. Sein Bruder Krisztían führt den Seewirt und Vonga Zoltan, der dritte Geschäftspartner von ihm, leitet seit Jahresbeginn die Geschicke des Waldhauser Bräu in Schönau am Königssee. (ms)

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