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Ein wahr gewordener Bühnentraum

Johnny Depp, Hollywood und ich - Schauspielerin Sonja Rupp im Interview

Porträtfoto von Sonja Rupp
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Sonja Rupp ist Vermögensberaterin - und Schauspielerin.

Den Traum von der Schauspielerei hat Sonja Rupp bereits seit Kindertagen. Gelernt hat sie dann allerdings in der Bank. Warum sie heute trotzdem auf der Bühne steht, was ihr Treffen mit Johnny Depp damit zu tun hat und wie sie es schafft, in ihrem neuen Stück neun Personen zu spielen, erzählt die 51-Jährige im Interview.

von Raphaela Kreitmeir

Wir haben uns in ihrem Büro in Natzing verabredet. Denn Sonja Rupp ist nicht nur Schauspielerin, sondern auch selbstständige Vermögensberaterin – und das offensichtlich recht erfolgreich. Auf alle Fälle glänzen auf einem Eckboard unzählige Pokale in Gold und Silber um die Wette, die sie in der Finanzbranche erzielt hat. „Zur Bank bin ich auf Rat meiner Mama gegangen“, erzählt sie im Gespräch. „Die hat gesagt: In der Bank, da hast du es immer schön warm und bist immer gut angezogen.“ Also hat Sonja nach der Schule eine Banklehre in ihrem Heimatort Eggstätt gemacht. Aber bereits damals hatte sie einen Traum. Schauspielerin wollte sie werden. Und das ist sie heute auch. Gerade probt sie das Stück „Honey“, in dem sie neun Rollen spielen wird. Premiere ist am 23. August im „Theater... und so fort“ in München. 

Lampenfieber ist bei unserem Interview noch keines zu spüren. Nur Vorfreude. Und ganz viel Leidenschaft für die Schauspielerei. Sonja Rupp hat sogar ihr Idol Johnny Depp angesprochen, ob er ihr Schauspielunterricht geben will. In Los Angeles hat sie dann Kurse bei Margie Haber besucht, die unter anderem Hale Berry und Brad Pitt ausgebildet hat. Aber das kam erst ein bisschen später. Erst war die Schauspielerei nur ein Jugendtraum, der die heute 51-Jährige aber nie wirklich losgelassen hat.

Wie kamst du eigentlich zum Schauspielen?
Der Traum von der Bühne war eigentlich immer schon da. Ich erinnere mich, wie ich im Dirndl mit so einer Sofortbildkamera ein Foto von mir habe machen lassen und mich damit beim Chiemgauer Volkstheater beworben habe. Da war ich 14 oder so. Ich wurde auch zum Vorstellungsgespräch eingeladen und das verlief gut. Sie hatten zum Abschied gesagt, dass sie sich bei mir melden und ich war so aufgeregt. Aber leider habe ich nie wieder etwas von ihnen gehört. Also bin ich zur Bank.
Du hast in der Bank gearbeitet und nebenbei klassischen Gesangs- und Schauspielunterricht genommen. Was hat dich an deinem Traum festhalten lassen?
Ich habe einfach gerne dazugelernt. Als ich dann 2019 die Rolle der Sennerin Maria in „Der Brandner Kaspar schaut ins Paradies“ in Edling bekommen habe, wusste ich, dass sich das Lernen gelohnt hat. Und ich spürte, was mir bisher in meinem Leben gefehlt hat. Dieses Gefühl auf der Bühne ist mit nichts anderem zu vergleichen. Wobei ich ja eigentlich für den Boandlkramer vorgesprochen hatte, aber der Jörg Herwegh hat gesagt, dass das keine Frauenrolle sei, also spielte ich die Sennerin Maria. Aber den Boandlkramer habe ich dann doch noch gespielt – wenn auch nicht in einer Inszenierung. Das Video davon gibt‘s auf meiner Website.
Du bezeichnest dich selbst als Volksschauspielerin. Was genau meinst du damit?
Ich habe mit meinem Bruder als Kind nichts anderes in der Freizeit gemacht als viele Komödienstadl und alle Filme mit Louis de Funès anzusehen. Mich hat also das Bairische ebenso geprägt wie der skurrile, schräge französische Humor. Beiden ist gemeinsam, dass es immer um das allzu Menschliche geht – und genau das verkörpere ich als Volksschauspielerin.
Fließend beherrscht du drei Sprachen: Deutsch, Englisch und Bairisch. Auf welcher Sprache träumst du?
Meist auf Bairisch, sofern ich mich erinnere. Wobei ich bei meinem Aufenthalt in Los Angeles begonnen habe, auf Englisch zu träumen.
Volksschauspielerin und Bankerin Sonja Rupp.
Träume scheinen wichtig in deinem Leben zu sein. Ein Traum hat dich schließlich vor zwei Jahren nach Kalifornien gebracht ...
Ich träume davon, irgendwann einmal in einem Disney Märchen mitzuspielen. Ob als Schneewittchen oder dritter Zwerg von rechts – das ist eigentlich egal. Hauptsache dabei sein. Aber nach Kalifornien führte mich ganz konkret Johnny Depp, der mein absoluter Hero ist. Als er mit seinen Hollywood Vampires auf Europatournee war, habe ich mir für das Konzert in Stuttgart ein Meet-and-Greet-Ticket gekauft. Alle wollten ihn umarmen und ein Selfie mit ihm, ich aber wollte mit ihm reden. Ich bin mit ausgestreckter Hand auf ihn zu und er hörte mir zu.
Was hast du zu Johnny Depp gesagt?
Da habe ich im Vorfeld lange nachgedacht, um mein Anliegen möglichst kurz zu formulieren. Also habe ich zu ihm gesagt: „I am a German Actor and I want to be the best I can. If I ask you to teach me, what would you say?“
Und was hat er geantwortet?
Dass es nicht jedem gegeben ist, ein guter Lehrer zu sein. Aber dass er es sich grundsätzlich vorstellen könnte.
Und wie ging es dann weiter mit Johnny Depp und dir?
Eher gar nicht. Ich hatte ihn im Juli angesprochen und danach nichts von ihm gehört. Daher bin ich im Oktober nach Los Angeles zu seinem Manager geflogen. Aber niemand war in Hollywood anzutreffen. Das war die Zeit der großen Streiks in den Filmstudios. Aber davon habe ich mich nicht entmutigen lassen. Ich habe Probestunden bei Margie Haber besucht und dort dann Unterricht genommen. Der Kurs war eine riesengroße Herausforderung, hat mich an meine Grenzen gebracht und mich gleichzeitig künstlerisch wachsen lassen.

Honey – ein bairischer Polylog

Hurrikan Honey: Eine Frau wie eine Naturgewalt –einfallsreich, direkt und impulsiv – bahnt sich ihren unkonventionellen Weg durchs Leben. Mit vier Kindern, drei Ex-Männern, einer kritischen Mutter und einer pubertierenden Tochter – und mittendrin: Honey. Und ihre Suche nach sich selbst. 

Sonja Rupp spielt in diesem bairischen Polylog neun Rollen. Mit sprachlicher Wucht und viel Witz erzählt sie von drei Generationen Frauen, von zerbrochener Liebe, Freundschaft und dem Mut, verletzlich zu sein. 

Ab 23. August, Theater... und so fort, München. Mehr Infos und Tickets unter www.undsofort.de.

Was war deine wichtigste Lernerfahrung in L.A.?
Dass es das Allerwichtigste ist, authentisch zu sein und diese Authentizität, diese Glaubwürdigkeit dem Publikum zu vermitteln.
Im August stehst du als „Honey. Eine Frau wie eine Naturgewalt“ auf der Bühne. Das Stück stammt von der finnischen Erfolgsautorin Tove Appelgren. Was hat dich an diesem Stück gereizt?
Die Geschichte über eine Frau, die immer stark sein muss, die es immer allen recht machen will, die alle verbindet und irgendwie auch zwischen allen Stühlen sitzt. Neben der Geschichte hat mich die Zusammenarbeit mit Andreas von Studnitz gereizt, der schon bei anderen Stücken, bei denen ich mitgespielt habe, Regie geführt hat. Und dass wir das Stück auf Bairisch inszenieren, war noch ein weiterer besonderer Anreiz. So kann ich in der Sprache spielen, die am meisten mit mir zu tun hat und mit der ich am meisten Facetten ausdrücken kann.
In diesem Ein-Personen-Stück spielst du neun Charaktere. Wie schaffst du das?
Andreas von Studnitz und ich haben lange daran gearbeitet. Wenn es im August auf die Bühne geht, liegen eineinhalb Jahre Probezeit hinter uns, zwei- bis dreimal die Woche haben wir uns für je drei bis vier Stunden getroffen und die Charaktere erarbeitet. Die Personen sind aufgrund weniger Details charakterisiert und klar erkennbar. Dazu gehören geringfügige Änderungen in der Haltung, Mimik, Gestik und Stimme.
Honey wird als Frau wie eine Naturgewalt beschrieben. Sie ist einfallsreich, direkt, impulsiv und ganz und gar unkonventionell. Wie viel Honey steckt in dir?
Viel, wobei ich, obwohl ich ein leidenschaftlicher Mensch bin, meist im Funktioniermodus war. Gerade als Frau ging es – zumindest in meiner Generation – darum, sich extra anzustrengen, um alles besonders gut zu machen, da war wenig Platz für Impulsivität oder Unkonventionelles. Das lerne ich jetzt und Honey hilft mir dabei.

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