News-Ticker zur Corona-Pandemie

Hersteller setzt Preis für Medikament Remdesivir: 2.340 Dollar für fünftägige Behandlung

Coronavirus - Arzneimittel-Produktion in Ägypten
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Ein Mitarbeiter des ägyptischen Pharmaunternehmens "Eva Pharma" hält eine Medikamenten-Verpackung des Wirkstoffs Remdesivir, einem antiviralen Breitspektrum-Medikament. Bei der Suche nach Medikamenten gegen die vom Coronavirus verursachte Krankheit Covid-19, bekam ein einziger Wirkstoff - Remdesivir - in den USA und Japan eine Sonderzulassung. Die Zulassung in der EU von Remdesivir wurde von der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA empfohlen. "Eva Pharma" hat diese Woche mit der Produktion mit einer Produktionskapazität von bis zu 1,5 Millionen Dosen pro Monat begonnen.

Landkreis/München - Das Coronavirus sorgt seit Monaten in der Region, in Bayern und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Inzwischen wurden die Maßnahmen vielerorts deutlich gelockert - auch in Bayern. Die Entwicklungen am Montag, 29. Juni, im News-Ticker:

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:


  • Infizierte Personen: Landkreis Rosenheim 2805, Landkreis Traunstein 1331, Landkreis Berchtesgadener Land 316, Landkreis Mühldorf 500, Landkreis Altötting 602
  • Todesfälle: Rosenheim 218, Traunstein 87, Berchtesgadener Land 24, Mühldorf 27, Altötting 57
  • Mindestens 8961 Todesopfer in Deutschland (2592 in Bayern) 
  • Der "Bayern-Plan" gegen Corona: Alle Lockerungen im Überblick
  • Maskenpflicht in Bayern in Geschäften und ÖPNV seit 27. April
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de
  • Alle wichtigen Artikel zum Thema Coronavirus

Hinweis der Redaktion: Aktuell stehen leider keine Grafiken zu den aktuellen Fallzahlen aus den Landkreisen der Region zur Verfügung. Der Grund hierfür ist, dass die zuständigen Gesundheitsämter nun teilweise von einer täglichen auf eine wochenweise Übermittlung der Fallzahlen umgestiegen sind. Die Redaktion wird die Grafik(en) demnächst auf eine wochenweise Darstellung umstellen und dann voraussichtlich immer freitags gesammelt für alle Landkreise veröffentlichen. Die Zahlen unter der Rubrik "Das Wichtigste in Kürze" werden weiterhin - sofern möglich - täglich aktualisiert.


Update, 20.50 Uhr - US-Markt: Hersteller setzt Preis für Medikament Remdesivir

In der Coronavirus-Pandemie hat das US-Biotech-Unternehmen Gilead Sciences den Preis für den Wirkstoff Remdesivir für den US-Markt festgelegt. Eine fünftägige Behandlung mit Remdesivir werde bei Bestellung durch die US-Regierung 2340 Dollar (etwa 2000 Euro) pro Patient kosten, schrieb Gilead-Chef Daniel O'Day am Montag in einem offenen Brief. Für private Krankenversicherungen sei der Preis etwa ein Drittel höher. Bei diesem Preis hätten seiner Einschätzung nach alle Menschen Zugang zu dem Wirkstoff, schrieb O'Day. Für bedürftigere Länder werde es generische Versionen des Medikaments mit geringerem Preis geben.

Erst vor wenigen Tagen hatte die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA eine Zulassung für das Mittel mit dem Handelsnamen Veklury unter Auflagen auch in Europa empfohlen. Eine internationale Studie mit über 1000 Teilnehmern hatte Ende April gezeigt, dass Remdesivir bei Covid-19-Patienten die Zeit bis zu einer Genesung im Schnitt um vier Tage verkürzen kann - von 15 auf 11 Tage. Die Sterblichkeit ging in der Untersuchung geringfügig zurück, was statistisch jedoch nicht signifikant war.

Die USA hatten bereits Anfang Mai eine Ausnahmegenehmigung für den begrenzten Einsatz des Wirkstoffes in Krankenhäusern erteilt. Auch in Deutschland war das Mittel bislang schon innerhalb eines Arzneimittel-Härtefallprogrammes zugänglich und wird in klinischen Studien getestet. Remdesivir wurde ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelt, zeigte aber eine zu geringe Wirkung. Es ist bislang in keinem Land der Welt uneingeschränkt als Medikament zugelassen. Bislang gibt es keine Impfung gegen das neuartige Coronavirus und auch keine zuverlässige zugelassene medikamentöse Therapie.

Update, 19.20 Uhr - Kabinett will Konzept für Corona-Tests für jedermann beschließen

Trotz der teils massiven Kritik von Bund und anderen Ländern sollen sich in Bayern landesweit alle Menschen auch ohne Symptome kostenlos auf das Coronavirus testen lassen dürfen. Das Kabinett des Freistaates will am Dienstag (10.00 Uhr) das entsprechende Testkonzept beschließen. Im Kern fußt der Plan auf einer am Mittwoch in Kraft tretenden Vereinbarung des Freistaats mit der Kassenärztlichen Vereinigung. Diese sieht Testmöglichkeiten bei niedergelassenen Vertragsärzten vor. Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) sagte am Montag, dass zunächst ein dreistelliger Millionenbetrag für die Kosten bereitgestellt werde. Offen ist aber, für welchen Zeitraum.

Neben den Tests für Menschen mit und ohne Symptome - für letztere sind bereits jetzt Tests kostenlos möglich - sieht das Konzept auch vor, die freiwilligen Tests in Einrichtungen mit gefährdeten Personen etwa in Pflege- und Altenheimen sowie in Krankenhäusern auszubauen. Gleiches gilt für Tests von Lehrern und Erziehern. Geplant ist auch eine Testoffensive bei Schlachthöfen, Zerlege- und Fleischverarbeitungsbetrieben. Wer Symptome hat, soll innerhalb eines Tages getestet werden und 24 Stunden später sein Ergebnis haben. Ohne Symptome dauert es etwas länger: ein Test in 48 Stunden und ein Ergebnis in einer Woche.

Sowohl Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) als auch andere Bundesländer hatten die Ankündigung Bayerns massiv kritisiert und vor einem trügerischen Sicherheitsgefühl gewarnt (Siehe Update 12.09 Uhr). Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Huml hatten dies aber zurückgewiesen. In Bayern gibt es derzeit Laborkapazitäten für rund 21 000 Corona-Tests pro Tag. Seit Beginn der Pandemie wurden in Bayern knapp 1,1 Millionen Tests durchgeführt.

Update, 19 Uhr - Seit Freitag keine Neuinfektionen im Kreis Traunstein

Im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Gesundheitsamtes Traunstein liegen derzeit 53 aktive Corona-Fälle vor. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 0,56. Seit Freitag, den 26. Juni, ist beim Staatlichen Gesundheitsamt keine Neuinfektion eingegangen. Es liegen somit weiterhin insgesamt 1331 bestätigte Fälle vor, die seit Beginn der Pandemie positiv getestet wurden. Als genesen gelten mindestens 1190 Personen (zehn mehr seit Freitag). In den Kliniken im Landkreis Traunstein müssen derzeit keine COVID-19-Patienten behandelt werden.

Update, 17.05 Uhr - Konjunkturpaket beschlossen: Familienbonus und weniger Mehrwertsteuer

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) hat einen großen "Wumms" versprochen: Beim Einkauf zahlt man weniger Steuern, außerdem fließt bares Geld in die Familienkasse. So will die Bundesregierung die Bürger in der Corona-Krise wieder in Kauflaune bringen. Bundestag und Bundesrat beschlossen am Montag wichtige Teile des 130 Milliarden schweren Konjunkturpakets, das den Konsum wieder ankurbeln soll.

"Wir haben ein Kraftpaket für Deutschland geschnürt", betonte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Das größte Konjunkturpaket in der deutschen Geschichte könne Millionen von Bürgern entlasten und die Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs bringen.

Allerdings gibt es Zweifel, ob die Hilfen überhaupt wirken. "Insgesamt sollten an Konjunkturprogramme nicht zu hohe Erwartungen gerichtet werden", warnte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die FDP kritisierte, die Regierung packe mit einem "Wumms" die Schrotflinte aus - "aber ein lauter Knall ist eben noch kein Treffer". Der Präsident des Steuerzahlerbundes, Reiner Holznagel monierte im Interview des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND/Dienstag): "Die hohe Anzahl von 57 Einzelmaßnahmen macht deutlich, dass die Regierung lieber mit der Gießkanne vorgeht, als sich auf konzentrierte und gezielte Wachstumsimpulse zu fokussieren."

Viele Einkäufe im Supermarkt, Möbelhaus oder Elektromarkt sollen für ein halbes Jahr billiger werden. Dafür sinkt der Mehrwertsteuersatz vom 1. Juli bis zum 31. Dezember von 19 auf 16 Prozent. Der ermäßigte Satz, der für viele Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs gilt, wird von sieben auf fünf Prozent reduziert.

Günstiger wird es für die Verbraucher jedoch nur, wenn der Einzelhandel die Steuersenkung auch weitergibt und die Preise senkt. Viele Läden haben das angekündigt, teils waren schon am Montag niedrigere Preise ausgezeichnet. Trotzdem zweifelt die Opposition, dass genügend Einzelhändler mitziehen. Die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht zitierte im Bundestag Studien, nach denen nur 15 Prozent der Steuersenkung wirklich beim Verbraucher ankommen.

Familien bekommen zusätzlich einen Zuschlag aufs Kindergeld: Im September 200 Euro mehr pro Kind, im Oktober noch einmal 100 Euro. Das gilt für alle Kinder, die irgendwann in diesem Jahr Anspruch auf Kindergeld hatten oder haben - also auch solche, die erst im November geboren werden.

Alleinerziehende, die in der Corona-Zeit besonders belastet sind, bekommen zusätzliche Hilfe: der Entlastungsbetrag bei der Steuer wird in diesem und dem kommenden Jahr mehr als verdoppelt, von derzeit 1908 auf 4008 Euro. Diesen Betrag können Alleinerziehende bei der Steuererklärung von der Summe ihrer Einkünfte abziehen, so dass sie weniger Steuern zahlen

Update, 15.45 Uhr - Seit Freitag keine neuen Fälle im Berchtesgadener Land

Das Gesundheitsamt im Landratsamt Berchtesgadener Land informiert, dass es seit Freitag keinen weiteren bestätigten SARS-CoV-2-Fall im Landkreis gegeben hat. Die Gesamtzahl der Corona-Infektionsfälle bleibt somit unverändert bei 316 (Meldestand: 29. Juni, 10 Uhr). Der 7-Tage-Inzidenz-Wert für das Berchtesgadener Land bleibt ebenfalls bei 5,7.

Von den insgesamt 316 mit Wohnsitz im Berchtesgadener Land registrierten SARS-CoV-2-Fällen sind nach wie vor 282 Personen wieder genesen und ihre Quarantänezeit ist ausgelaufen. Es befinden sich derzeit noch immer insgesamt 10 SARS-CoV-2-Infizierte in medizinischer Behandlung. Die Gesamtzahl der im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung Verstorbenen bleibt unverändert bei 24.

Update, 14.36 Uhr - Russland: Fortschritte bei Entwicklung von Corona-Impfstoff

Russland macht nach eigener Darstellung Fortschritte bei der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Coronavirus. Eine zweite Gruppe Soldaten sei bereits getestet worden, berichtete die Armeezeitung "Krasnaja Swesda" am Montag. Alle fühlten sich gut, und es seien bislang keine Nebenwirkungen bei dem sogenannten Vektor-Impfstoff aufgetreten, sagten die behandelnden Ärzte. Ob er bereits eine Immunreaktion ausgelöst hat, teilten sie nicht mit.

Mitte Juni wurde die erste Gruppe Soldaten geimpft. Der zweiten Gruppe werde der Stoff kurz darauf mit einer zusätzlichen Komponente verabreicht, hieß es. Die Soldaten hätten sich freiwillig dafür gemeldet. Die klinischen Tests sollen demnach bis Ende Juli abgeschlossen werden.

Eine Studie zu dem anscheinend in Rekordzeit entwickelten Impfstoff haben die Forscher bisher nicht vorgelegt. Es gibt deshalb keine unabhängige Bewertung der Aussagen. Im Westen haben Wissenschaftler wiederholt Hoffnungen auf einen baldigen Impfstoff gedämpft.

Zuvor hatten russische Behörden davon gesprochen, im Spätsommer mit der Massenproduktion des Impfstoffes zu beginnen. Der russische Gesundheitsminister Michail Muraschko betonte am Wochenende, dass der Impfstoff dann weltweit zur Verfügung gestellt werden soll. Russland habe seit Beginn der Pandemie anderen Ländern geholfen und werde das auch weiterhin so handhaben, sagte er der Agentur Tass zufolge

Update, 13.49 Uhr - Hoeneß steht Tönnies bei: Nicht alles "in Schutt und Asche" reden

Bayern Münchens Ehrenpräsident Uli Hoeneß hat Schalkes Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies gegen seiner Meinung nach überzogene Kritik im Zuge des massiven Corona-Ausbruchs in dessen Fleischbetrieb verteidigt. “Teilweise erinnert es mich an meine Zeit mit der Steuersache. Ich glaube, wenn man mal in so einer Maschinerie drin ist, dann versucht da jeder, den anderen noch zu überholen mit seiner Kritik”, sagte der 68 Jahre alte Hoeneß in der Sendung “Blickpunkt Sport” des Bayerischen Fernsehens am Sonntagabend.

Er steht Tönnies (64), dem er schon lange freundschaftlich verbunden ist, bei. “Ich muss ehrlich sagen: Wenn Fehler gemacht wurden, muss man dazu stehen. Das tut er ja. Wenn Dinge zu ändern sind, dann muss man das auch tun. Ich gehe davon aus, dass er das tut, wenn es notwendig ist”, sagte Hoeneß. “Aber dass man dann alles, was er so geleistet hat, was er für eine große Firma aufgebaut hat, jetzt plötzlich in Schutt und Asche redet, das kann es nicht sein. Das ist aber ein Zeichen unserer Gesellschaft. Wenn du dran bist, dann gibt es kein Halten mehr. Und das erlebt er jetzt gerade am eigenen Leib.”

Update, 12.40 Uhr - Bundestag beschließt Mehrwertsteuer-Senkung und Familienbonus

Weniger Steuern beim Einkaufen und Geld aufs Familienkonto: Der Bundestag hat wichtige Teile des Konjunkturpakets beschlossen, das Konsum und Wirtschaft in der Corona-Krise wieder ankurbeln soll. Das Parlament stimmte den Neuerungen am Montag in einer Sondersitzung mit den Stimmen der großen Koalition zu. Damit sie zum 1. Juli in Kraft treten können, bedarf es am Nachmittag (15 Uhr) allerdings auch noch der Zustimmung des Bundesrats.

Eine Senkung der Mehrwertsteuer soll die wegen der Corona-Pandemie und Kurzarbeit geschwächte Kaufkraft wieder stärken. Bis Jahresende fallen statt 19 nur noch 16 Prozent Mehrwertsteuer beim Einkauf an. Der ermäßigte Satz, der für viele Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs gilt, wird von 7 auf 5 Prozent reduziert.

Zweiter großer Bestandteil des Konjunkturpakets ist ein Bonus von 300 Euro für jedes kindergeldberechtigte Kind. Die ersten 200 Euro sollen im September mit dem Kindergeld ausgezahlt werden, die restlichen 100 Euro im Oktober. Der Kinderbonus wird nicht auf die Grundsicherung angerechnet, bei Besserverdienern aber mit dem steuerlichen Kinderfreibetrag verrechnet, so dass vor allem Familien mit weniger Geld profitieren.

Der Bund übernimmt den Großteil der Kosten für das Konjunkturpaket: Knapp 13 Milliarden Euro an Steuerausfällen entstehen durch die Senkung der Mehrwertsteuer, der Kinderbonus schlägt mit weiteren 5,4 Milliarden Euro zu Buche.

Update, 12.09 Uhr - Spahn kritisiert Bayerns Pläne zu Corona-Tests für alle

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat das geplante Angebot von Corona-Tests für jedermann in Bayern kritisiert. “Einfach nur viel testen klingt gut, ist aber ohne systematisches Vorgehen nicht zielführend”, schrieb er am Montag bei Twitter. “Denn es wiegt in falscher Sicherheit, erhöht das Risiko falsch-positiver Ergebnisse und belastet die vorhandene Testkapazität.”

Bayern hatte angekündigt, als erstes Bundesland Corona-Tests für alle zu ermöglichen - auf Wunsch auch für Menschen ohne Symptome und ohne besonders hohes Infektionsrisiko. Dafür übernimmt das Land Kosten, die nicht von der Krankenkasse übernommen werden.

Spahn betonte: “Testen, testen, testen - aber gezielt.” Das entspreche der mit dem Robert-Koch-Institut (RKI) entwickelten nationalen Teststrategie. “Dies beinhaltet umfassendes präventives Testen im Gesundheitswesen und bei lokalen Ausbrüchen wie in Gütersloh.” Auch wie in Nordrhein-Westfalen in Schlachthöfen zweimal die Woche zu testen, habe Sinn.

Update, 11.16 Uhr - Söder verteidigt Bayerns Strategie der Tests für alle

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die Strategie des Freistaats zur Abwehr des Coronavirus mit Tests für jedermann verteidigt. Es gebe im Kampf gegen das Virus keine Alternative, als zum einen zu testen und zum anderen Abstand zu halten, sagte Söder am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". "Testen ist die Grundvoraussetzung für alles: um zu wissen, wer ist infiziert, um Infektionsketten zu ermitteln, diese dann auch letztlich zu verfolgen und brechen zu können."

Bayern biete auch eine 24-Stunden-Garantie für alle, die Symptome zeigten, damit diese nicht lange auf ihr Testergebnis warten müssten, sagte der CSU-Chef. Darüber hinaus werde denen ein Angebot gemacht, die für sich einfach Sicherheit haben wollten. "Das wird nicht so sein, dass alle es sofort annehmen. Aber das ist ein Angebot für die Menschen, und ich glaube ein sehr, sehr gutes." Sicherheit sei zudem "der wichtigste Konjunkturimpuls" zur Wiederbelebung der Wirtschaft, fügte Söder mit Blick auf die Abstimmung von Bundestag und Bundesrat über das Konjunkturpaket der Bundesregierung an diesem Montag hinzu. 

Die bayerische Strategie steht nach Söders Darstellung auch nicht im Widerspruch zum Anspruch, fokussiert dort zu testen, wo Menschen besonders gefährdet sind. Es gebe Serientests in Alten- und Behindertenheimen, in Krankenhäusern und nach den Ferien auch in Schulen für Lehrer und Erzieher, erklärte er.

Update, 10.34 Uhr - RKI: Rund 6700 aktive Corona-Fälle in Deutschland

In Deutschland gibt es laut den Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) rund 6700 aktive Corona-Fälle. Das RKI meldet 262 Neuinfektionen, damit steigt die Gesamtzahl auf 193.761. Die Zahl der Todesfälle legt binnen 24 Stunden um vier auf 8 961 zu. Die Zahl der nachweislich Genesenen liegt dem RKI zufolge bei etwa 178.100, rund 400 mehr als am Vortag.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 28.6., 0.00 Uhr, bei 0,71 (Vortag: 0,62). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Bundesland

Anzahl

Differenz zum Vortag

Fälle in den letzten 7 Tagen

7-Tage-Inzidenz

Todesfälle

Baden-Württem­berg

35.530

0*

167

1,5

1.829

Bayern

48.344

+50

318

2,4

2.592

Berlin

8.176

+8

305

8,1

213

Branden­burg

3.419

+2

31

1,2

165

Bremen

1.661

0*

14

2,0

50

Hamburg

5.194

+16

36

2,0

259

Hessen

10.762

+1

163

2,6

506

Mecklenburg-Vor­pommern

801

0

8

0,5

20

Nieder­sachsen

13.502

+24

204

2,6

628

Nord­rhein-West­falen

42.869

+146

1.516

8,5

1.678

Rhein­land-Pfalz

6.987

+13

68

1,7

235

Saarland

2.806

+1

7

0,7

173

Sachsen

5.444

0*

18

0,4

222

Sachsen-Anhalt

1.869

+1

19

0,9

58

Schles­wig-Holstein

3.147

0

11

0,4

152

Thüringen

3.250

0*

19

0,9

181

Gesamt

193.761

+262

2.904

3,5

8.961

Update, 10.15 Uhr - Wegen Corona: Kitas in Traunstein länger geöffnet

Die Corona-Krise hat von allen viel abverlangt, aber gerade die Eltern kleiner Kinder waren besonders gefordert. Deshalb hat sich die Große Kreisstadt Traunstein dazu entschlossen, die beiden städtischen Kindertageseinrichtungen am Klosterberg und Balthasar Permoser in Kammer im August lediglich zwei Wochen zu schließen. In der dritten Woche wird eine bedarfsgerechte Notbetreuung angeboten. In der restlichen Zeit ist normal geöffnet.

Diese Regelung wird auch von den anderen größeren Trägern der Kindertageseinrichtungen innerhalb des Stadtgebietes Traunstein ähnlich praktiziert, so dass dieses Konzept von allen mitgetragen wird und alle Eltern diese Vorzüge nutzen können. Dies teilte die Stadt Traunstein mit.

Update, 9.07 Uhr - Corona-Ausbruch in Starnberger Asylunterkunft - Bewohner vermisst

16 Bewohner der Asylbewerber-Gemeinschaftsunterkunft in Hechendorf im Landkreis Starnberg sind positiv auf Corona getestet worden. Das meldet der Landkreis Starnberg. 

„Nachdem die insgesamt 33 Bewohner in der Unterkunft viele Berührungspunkte haben, wurde die komplette Anlage unter Quarantäne gestellt”, teilte das Landratsamt mit. Bis Samstagabend seien 16 Bewohner positiv auf das Virus getestet worden. Sie seien in eine Isoliereinrichtung in Wackersberg (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) verlegt worden. Der erste positive Fall sei am Donnerstag bekannt geworden. Ein Bewohner der Einrichtung konnte bis jetzt nicht gefunden werden, nach ihm wird intensiv gesucht. 

Da zehn Infizierte bei einem Cateringunternehmen im Landkreis arbeiteten, musste die Firma vorsorglich ihren Betrieb für 14 Tage einstellen. Für alle Mitarbeiter wurden Tests angeordnet.

Update, 8.02 Uhr - Österreich revidiert Reisewarnung für NRW

Österreich hat die nach dem Corona-Massenausbruch beim Fleischkonzern Tönnies in Gütersloh ausgesprochene generelle Reisewarnung für das deutsche Bundesland Nordrhein-Westfalen zurückgenommen. Seit 0 Uhr dürfen auch Urlauber aus Nordrhein-Westfalen wieder in die Alpenrepublik einreisen - sofern sie einen negativen Corona-Test vorlegen können, der nicht älter als 48 Stunden ist. Dies gilt übrigens auch für die Menschen aus dem besonders stark betroffenen Landkreis Gütersloh.

Die Änderung hatte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Sonntagabend in der ORF-Sendung "Im Zentrum" angekündigt: "Wir machen da eine gemeinsame Linie." Die Menschen müssten an Flughäfen, aber auch bei der Einreise per Auto mit Kontrollen rechnen, sagte Innenminister Karl Nehammer (ÖVP). Die Pläne gelten übrigens nicht für Reisende aus dem angrenzenden Kreis Warendorf, wo sich die Zahl der Corona-Infektionsfälle deutlich besser entwickelt habe, hieß es.

Update, 7 Uhr - Offenbar großer Ausbruch am Flughafen verhindert

Am Flughafen München hat die dort ansässige Dienststelle der Bundespolizei offenbar einen großen Corona-Ausbruch verhindert. Wie die Bild-Zeitung nun berichtet, wurden dort vier Beamte positiv getestet. Die Leitung schickte daraufhin rund 190 Polizisten vorübergehend in Quarantäne - um damit konsequent Infektionsketten zu unterbrechen.

"Bis die Test-Ergebnisse vorlagen, gab es ein Betretungsverbot für die Kollegen", sagte Pressesprecher Christian Köglmeier gegenüber der Zeitung. Jeder Polizist musste sogar zwei Tests machen, hieß es. Ein Beamter, der namentlich nicht genannt wurde, ergänzte: "Wir wollen kein zweiter Fall Tönnies werden!"

Mehr Besuche in Alten- und Pflegeheimen möglich

Seit Mitternacht gelten weniger strenge Besuchsregelungen in Alten- und Pflegeheimen, Krankenhäusern, Rehas und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. Einrichtungen müssen die bisher geltenden Besuchsbeschränkungen durch individuelle Schutz- und Hygienekonzepte ersetzen. Darin müssen unter anderem die Einhaltung von Mindestabständen und Hygieneregeln als auch Wege für Besucherinnen und Besucher geregelt sein. Konkret bedeutet das, Bewohnerinnen und Bewohner können deutlich mehr Besucher empfangen dürfen.

"Es ist uns in Bayern in den vergangenen Wochen gelungen, die Ausbreitung des Coronavirus wirkungsvoll einzudämmen und deutlich zu verlangsamen. Deshalb gehen wir den Weg der stufenweisen Erleichterungen konsequent weiter", sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) bereits am Wochenende (News-Ticker 27./28. Juni).

Zudem gibt es ab Mittwoch, 1. Juli, weitere Erleichterungen für Familien, deren Kinder eine Kita oder Kinderkrippe besuchen. Zu diesem Termin dürfen alle Kinder zurück in ihre Einrichtungen. Bereits vor rund zwei Wochen war eine Ausweitung der Not-Betreuung beschlossen worden.

Bereits seit vergangener Woche sind in Bayern Treffen von Gruppen bis zu zehn Personen wieder erlaubt. Zudem waren auch die Regeln für private Feierlichkeiten wie Hochzeiten, Beerdigungen oder Geburtstage gelockert worden. Voraussetzung sei laut dem zuständigen Ministerium allerdings, dass es sich dabei um "einen überschaubaren Teilnehmerkreis" und "kein beliebiges Publikum" handeln würde.

mw/mh/dpa

Quelle: rosenheim24.de

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